VP will Spielplätze als „Big Brother“-Zonen. Glasscherben oder beschädigte Spielgeräte nehmen als Resultat von „Partys“ zu. Rot-Grün gegen Überwachung.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 10. Oktober 2018 (04:58)
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Scherben einer Vodka-Flasche lagen auf der Rutsche.
Gemeinde

Scherben, Müll, beschädigte Spielgeräte und sogar ein umgeworfenes Mobil-WC – das sind die Resultate einer ausufernden jugendlichen Party-Kultur in Schwechat. So sieht es zumindest die ÖVP. Daher brachte die Volkspartei in der Gemeinderatssitzung einen Dringlichkeitsantrag dazu ein.

„Vor allem am Kellerberg“ komme es im wieder zu oben skizziertem Bild. Auch beim Waldfriedhof würden ähnliche Probleme für „Müll und ein unangenehmes Gefühl der Anrainerinnen und Anrainer“ sorgen, heißt es im Antrag. Allerdings sind es in diesem Fall nicht die Jugendlichen, sondern „neben Lkw treffen sich dort vor allem auch frischgebackene Autobesitzer, heimliche Paare und Kunden von naheliegenden Fast Food-Lokalen“.

Die ÖVP fordert eine „Videoüberwachung in den Abend- und Nachtstunden“ bei neuralgischen Punkten und einen verstärkten Einsatz der Street Worker aus der Jugendarbeit. Der Wunsch nach einer dringlichen Behandlung noch im Rahmen der Sitzung wurde von SPÖ und Grünen aber abgelehnt, der Antrag an den Stadtrat weiter verwiesen.

SP-Bürgermeisterin Karin Baier hat jedoch „keine besondere Freude“ mit einer Videoüberwachung. Alleine schon wegen des Datenschutzes. Zudem gebe es diese Probleme nicht nur in Schwechat, sondern in allen größeren Städten.

Thema soll im Stadtrat behandelt werden

„Eine Generallösung hat noch niemand gefunden“, betont sie. In Schwechat gehe man die Probleme punktuell, je nach Auftreten, an. „Wir werden das Thema im Stadtrat diskutieren“, verspricht die Stadtchefin.

Baier ist damit auf einer Wellenlänge mit dem grünen Koalitionspartner. „Eine Videoüberwachung aufgrund vereinzelter Vandalismusfälle ist mehr als überzogen“, hält Fraktionssprecher Peter Pinka fest. Die ÖVP spiele mit den Ängsten der Bevölkerung. „Isolierte Aktionen, wie eine Videoüberwachung, erhöhen die Frustration aller Beteiligten und lösen keine Konflikte“, glaubt auch die grüne Jugend-Stadträtin Ljiljana Markovic. Seitens der Grünen setze man auf eine Ausweitung der mobilen Jugendarbeit mit Stützpunkten montags, donnerstags und freitags zwischen 17 und 19 Uhr im Jugendhaus sowie mittwochs im neuen Jugendtreffpunkt im Tonn-Stadion.

 

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