Schwechat: "Bühnen-Lockdown" im Theater Forum

Theater stellt Publikumsbetrieb wegen Verordnung bis auf Weiteres ein.

Erstellt am 17. November 2021 | 04:30
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Das Theater Forum stellt aufgrund der Infektionslage den Publikumsbetrieb ein.
Foto: Gerald Burggraf

Vergangenes Wochenende war es ein heißes Thema in den sozialen Medien, warum das Theater Forum aufgrund der neuen Corona-Maßnahme 2G seinen Publikumsbetrieb schließt. Fragen wie: „Bekommen die nicht sowieso Förderungen und Subventionen“ oder „Sind nicht eh schon die meisten Theaterbesucher geimpft“, waren zu lesen.

Doch die Theater-Chefs Manuela Seidl und Daniel Truttmann haben sich aus mehreren Gründen für die Schließung entschieden, wie sie auf NÖN-Anfrage betonen. Erstens ist es den beiden wichtig, niemanden zu diskriminieren, auch Ungeimpfte nicht. Als zweiten Grund für ihre Entscheidung nennt das Führungsteam seinen Wunsch, dass Schwechater Theater als einen sicheren Begegnungsort für alle Besucher zu garantieren. „Selbstverständlich bekommen alle Kunden (ob Abonnenten oder mit Einzelkarte), die eine Vorstellung aufgrund von Absage oder Verschiebung nicht besuchen können, das Eintrittsgeld zurück“, betont Seidl gegenüber der NÖN. Ein weiterer Grund für den Besucher-Lockdown, so die Intendantin, sei auch, dass das Theater schon seit den Sommerveranstaltungen einen Besucherrückgang verspüren würde, was ihrer Meinung nach, mitunter auch der Pandemie geschuldet sei.

Das Theater arbeitet am Film zu „Margarete“

„Wir haben den Publikums- und Gastrobetrieb vorübergehend eingestellt“, hält Truttmann fest. Die Situation werde laut dem kaufmännischen Leiter aber permanent bewertet und die kulturelle Arbeit fände ja weiterhin statt. Denn das Theaterstück „Margarete“ sei nicht abgesagt, es werde fertig produziert und um ein Filmprojekt (umgesetzt vom Theater-Team und mit eigenem Equipment) ergänzt.

Bürgermeisterin Karin Baier (SPÖ) hat mit den Theaterverantwortlichen alle Vor- und Nachteile der Entscheidung zur Schließung besprochen. Sie sieht die Idee zur Verfilmung des Stücks als sehr innovativ und als Möglichkeit, Kultur am Leben zu halten, unter Berücksichtigung der körperlichen Sicherheit der Theatergäste.

„Vielleicht schaffen wir es auch ins Fernsehen mit dem Film!“, spekuliert die Stadtchefin. Die Absage der Vorstellung mit Kabarettistin Angelika Niedetzky erfolgte, so Baier, im Einvernehmen mit der Künstlerin samt einer kostenfreien Verschiebung des Abends auf einen „gesünderen“ Zeitpunkt. „Unsere Theatermacher bemühen sich seit Beginn der Pandemie engagiert um ein Weiterleben des kulturellen Angebots in unserer Stadt“, betonte die Bürgermeisterin.

„Vielleicht schaffen wir es auch ins Fernsehen mit dem Film!“

Laut Seidl müssen sich Kabaretts durch Einnahmen finanzieren. Ein Publikumseinbruch in diesem Bereich sei schwerer zu verkraften. Eigenproduktionen stehen jedoch auf anderen Beinen (Förderungen). Die Kosten dafür seien im Budgetrahmen enthalten. Zu den kritischen Äußerungen meint die Theaterdirektorin: „Wir kommentieren keine Beiträge auf sozialen Netzwerken, außerhalb unserer eigenen.“ Für persönliche Gespräche stehe sie aber zur Verfügung.

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