Hochwasserschutz-Projekt im Endspurt. Die Arbeiten für den letzten Bauteil in Zwölfaxing sollen Ende 2022 abgeschlossen sein.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 09. Mai 2021 (04:55)
Wegen der Bauarbeiten wird der Radweg ab der Stöcklbrücke Richtung Schwechat bis zur Hutweidebrücke umgeleitet.
Mach & Partner

Um die Anrainer vor Hochwasser zu schützen, wird seit mehreren Jahren entlang des Schwechat-Frauenbachs ein Hochwasserschutz errichtet. Die Umsetzung des vierten Teils des zweiten Bauabschnitts hat bereits begonnen. Dabei handelt es sich um den letzten Abschnitt des 15,5 Millionen Euro teuren Großprojekts. Die Baustelle wurde bereits eingerichtet. Derzeit finden reine Erdarbeiten statt.  

Im Zentrum der letzten Phase stehen gewässerökologische Maßnahmen. So soll der Gewässerquerschnitt des Frauenbachs ausgebaut werden. Im Laufe des Jahres wird ein rund 700 Meter langer Damm am rechten Bachufer errichtet. Mit jenem Erdmaterial, das für die Erweiterung ausgehoben wird, werden die benachbarten landwirtschaftlichen Flächen angehoben. Davon betroffen ist eine rund zwei Hektar große Fläche. Es geht dabei jedoch nicht um den Schutz dieser Flächen vor Hochwasser, sondern um die Optimierung des Bauablaufes.  „Durch die starke Reduktion der Verfuhr kann man die Baustelle wirtschaftlich, ökologisch und klimafreundlich mit wesentlich geringeren Lärm- und Schadstoffbelastungen gestalten“, sagt Projektleiter Volker Loidolt vom Ziviltechnikbüro Mach & Partner. 

Der Natur wird ein großer Spielraum zur Entwicklung einer hohen Biodiversität gegeben.“ Volker Loidolt Projektleiter

Im nächsten Jahr wird auf der linken Uferseite ein rund 200 Meter langer Damm sowie eine rund 500 Meter lange Hochwasserschutzmauer errichtet. Zudem wird im Gewässerbett des Frauenbachs eine Tiefenlinie mit pendelndem Verlauf ausgebaut. Diese ist notwendig, damit auch bei geringen Wasserständen ausreichend Wassertiefe für die Fische gewährleistet ist. Durch den pendelnden Verlauf soll das Längsgefälle reduziert werden, Hindernisse werden dadurch entfernt und unterschiedliche Fischarten können zu ihren Laichplätzen gelangen.  

Auch die Ufergestaltung soll die Situation der Fische verbessern. Unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten sollen durch Kolk- und Furtbildungen oder Totholzstrukturen geschaffen werden. „Das Motto ‚es ist oill’s für die Fisch‘ möchte ich mit diesen Maßnahmen unter einem äußerst positiven Aspekt sehen“, so Loidolt. Der Uferbereich soll auch der Bevölkerung als Naherholungsgebiet dienen. „Der Natur wird ein großer Spielraum zur Entwicklung einer hohen Biodiversität gegeben“, hält Loidolt fest.

Die Bauarbeiten für den letzten Abschnitt werden aus heutiger Sicht bis Ende 2022 andauern. Der Geh- und Radweg kann bis Jahresende nicht benutzt werden. Er wird daher großräumig zwischen der Stöckl- und der Hutweidebrücke umgeleitet. Zudem können lokal zeitlich beschränkte Einschränkungen auftreten, die mit den Anrainern rechtzeitig besprochen werden sollen.