Sturz statt Stockerlplatz. Edelmetall im Marathon war Christian Kromosers großes Ziel bei der Universiade in Taipeh. Ein Massensturz knapp vor dem Ziel beendete seine Medaillenträume.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 29. August 2017 (03:07)
NOEN, privat
Unglaubliches Erlebnis. 7.500 Sportler kämpften bei der Universiade in Taipeh um Edelmetall. Inlinespeedskater Christian Kromoser (vorne links) schlug sich im starken Feld ausgezeichnet.

Nach der Europameisterschaft und den World Games stand für Christian Kromoser in der vergangenen Woche mit der Universiade in Taipeh bereits das dritte Saisonhighlight am Wettkampfkalender. 36 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit machten die Rennen für den Waidhofner zur besonderen Herausforderung.

Obwohl er mit der Bahn nicht hundertprozentig zurechtkam, verliefen die Rennen ausgezeichnet. Kromoser belegte sowohl in der Elimination als auch in der Punkte-Elimination Rang elf. Mit der Staffel, die Kromoser gemeinsam mit Jakob Ulreich und Thomas Petutschnigg bestritt, verpasste der Medizinstudent nur knapp das Finale.

Der Bewerb, bei dem sich Christian Kromoser und Trainingspartner Jakob Ulreich die besten Chancen auf eine absolute Topplatzierung ausgerechnet hatten, ging nach zwei Ruhetagen am Samstag in Szene: der Marathon. Eine Medaille war das angepeilte Ziel des rot-weiß-roten Duos und diese war lange Zeit in Sichtweite.

Bei Marathon auf Rang 13

„Es war ein exzellentes Rennen von uns beiden“, erklärt Kromoser. Nachdem die Sprinter aus Taipeh und Korea dafür sorgten, dass keine Ausreißversuche von Erfolg gekrönt waren, lief alles auf einen Massensprint hinaus. Und der wurde den Österreichern zum Verhängnis. Ein Skater aus Korea kickte Jakob Ulreich wenige hundert Meter vor dem Ziel das Standbein weg. „Jakob hat sich hingesetzt, ich bin über ihn drübergefallen, über uns noch zwei Deutsche und ein Italiener“, schildert Kromoser den Massensturz knapp vor dem Ziel, der sie abrupt aus ihren Medaillenträumen riss.

„Die größte Chance unseres Lebens auf eine Medaille wurde in Sekundenbruchteilen ausgeknipst. Das ist einfach bitter, aber so ist der Sport. Damit muss man zurechtkommen“, schmerzte das verpasste Edelmetall mehr als die erlittenen Schürfwunden.

Kromoser beendete den Marathon letztendlich auf Rang 13. Eine Topplatzierung, aber nicht das Ergebnis, das sich der Mostviertler insgeheim erhofft hatte. Ob Kromoser auch bei der WM in China am 10. September im Marathon an den Start gehen wird, ist noch nicht entschieden.