Von Blitz & Donner nicht zu stoppen. Yvonne van Vlerken wiederholte ihren Vorjahressieg in Wallsee. Thomas Steger entthronte den favorisierten Per Bittner.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 14. Juli 2014 (10:05)
NOEN, Ingrid Vogl
Strahlende Gesichter am Podest. Stefan Hehenwarter, Victoria Schenk, Yvonne van Vlerken, Thomas Steger, Simone Fürnkranz und Per Bittner (v.l.n.r.) genossen die Flower Ceremony. Foto: Vogl
Ein Kampf der Geschlechter hätte der Mostiman Triathlon in Wallsee dank der neuen Startregelung, bei der die Damen 20 Minuten vor den Herren ins Wasser gelassen werden, werden sollen. Die Neuerung, die einen interessanten Rennverlauf versprach, fiel aber ins Wasser. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

„Es hat so richtig reingeprasselt ins Wasser“

Pünktlich zum Start der Damen setzten wolkenbruchartige Regenfälle ein. „Es hat so richtig reingeprasselt ins Wasser, dass man fast nichts gesehen hat“, schilderte die schnellste Schwimmerin, Simone Fürnkranz, die Auftaktdisziplin.

Das war aber erst der Anfang einer ganz besonderen Herausforderung, denn in der Wechselzone erwartete die Damen bereits die nächste Überraschung. „Ich musste meinen Helm und meine Schuhe ausleeren, weil überall Wasser drinnen war“, so die Probleme von Vorjahressiegerin Yvonne van Vlerken.

Aquaplaning auf der Radstrecke

Die Austro-Holländerin, die als Fünfte aus dem Wasser stieg, ging ganz besonders vorsichtig auf die Radstrecke. Zum einen steht am Wochenende in Roth das Saisonhighlight am Programm, zum anderen sind die Schmerzen nach ihrem Schlüsselbein-Trümmerbruch noch lange nicht beseitigt.

„Ich habe null Risiko genommen. Wenn ich da rausfliege, ist meine Karriere beendet“, zeigte die Wahl-Vorarlbergerin Respekt vor den rutschigen Straßen. Trotzdem kam sie der führenden Simone Fürnkranz schnell näher und übernahm gegen Ende der ersten Radrunde die Führung. Diese gab sie bis zum Ziel nicht mehr ab.

„Da muss man die Leute nicht ins Wasser lassen“

Simone Fürnkranz sicherte ihren zweiten Platz mit einer starken Laufleistung ab. Platz drei ging an Victoria Schenk von der Sportunion Waidhofen. „Gut, dass es vorbei ist. Es war mühsam, aber es hat gepasst“, war die Lokalmatadorin zufrieden mit ihrem Ergebnis und ihrer Leistung.

Die Herren mussten auf ihren Einsatz lange warten. Ein Gewitter führte zu einer 30-minütigen Startverzögerung. Eine lange Warterei, die für die Athleten aber nachvollziehbar war.

„Es hat geblitzt und gedonnert. Da muss man die Leute nicht ins Wasser lassen“, war Titelverteidiger Per Bittner mit der Entscheidung des Veranstalters einverstanden. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin wie im Vorjahr am obersten Treppchen zu stehen, gelang dem Deutschen aber nicht. Ein 22-jähriger Tiroler namens Thomas Steger hatte da etwas dagegen.

Steger ging spielerisch leicht an Bittner vorbei

„Ich wollte beim Radfahren den Hammer auspacken, weil ich wusste, dass ich beim Laufen nicht fit bin“, erklärte Bittner, der Probleme mit dem linken Knie hat, seine Renntaktik. Am Rad konnte Bittner den Youngster noch in Schach halten. Beim Laufen hatte er aber keine Mittel mehr, um den Sieg des Tirolers zu verhindern.

Gegen Ende der ersten Runde ging Steger spielerisch leicht an Bittner vorbei und nahm dem Vorjahressieger auf den zehn Kilometern insgesamt mehr als drei Minuten ab. „Das war einer meiner besten Wettkämpfe bis jetzt. Ich bin sehr, sehr zufrieden“, strahlte Steger mit der Sonne, die sich im Laufe des Tages doch noch zeigte, um die Wette.

Rang drei ging wie im Vorjahr an Stefan Hehenwarter. Mit der zweitbesten Laufzeit katapultierte sich der 19-jährige Salzburger noch aufs Siegespodest.