Auf drei Siege folgt Amstettner Doppelnull. Nach drei Spielen ohne Satzverlust kam für Amstetten das böse Erwachen. Gegen Aich/Dob und Waldviertel verlor man mit 0:3.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 01. November 2016 (01:28)
Vogl
Waldviertler Übermacht. Die Amstettner Angreifer scheiterten im NÖ-Derby immer wieder am starken Waldviertler Block.

AICH/DOB - AMSTETTEN 3:0.

Drei Spiele, drei Siege und noch kein Satzverlust. So lautete die makellose Bilanz des VCA vor dem großen Schlager der Austrian Volley League am vergangenen Mittwoch. Mit dementsprechendem Selbstvertrauen ausgestattet, machten sich die Amstettner, die punktegleich mit Vizemeister Aich/ Dob an der Tabellenspitze lagen, auf nach Kärnten.

Wohl wissend, dass die Favoritenrolle bei den Hausherren liegt, gab es für die Truppe von Trainer Igor Simuncic am Nationalfeiertag in Bleiburg dann allerdings gar keinen Grund zum Feiern.

Aich/Dob war in allen Elementen besser

Die Gastgeber hatten mit den Amstettnern leichtes Spiel, setzten sich in klaren drei Sätzen durch und beendeten die Partie nach nur 67 Minuten. Schneller als von beiden Seiten erwartet. „Wir hatten gedacht, dass es wesentlich schwieriger wird. Mit so einem deutlichen Erfolg konnte man wirklich nicht rechnen“, gab Aich/Dob-Sportdirektor Martin Micheu zu. „Wir haben den Gegner in allen Elementen dominiert. Das war eine Machtdemonstration“, analysierte Micheu den souveränen Sieg seines Teams.

Dass der Erfolg der Gastgeber mehr als verdient war, das sahen auch die Amstettner so. Mit der eigenen Leistung war man verständlicherweise alles andere als zufrieden. „Wir waren heute weit weg von dem, was wir können. Unsere Annahme und das Service waren nicht gut. So kann man in Aich/Dob nicht bestehen“, ging VCA-Sportdirektor Micha Henschke mit seiner Mannschaft hart ins Gericht. Dass einige Akteure, vor allem junge Wechselspieler, wegen Nationalteamlehrgängen fehlten, ließ er nicht als Ausrede für die wenig berauschende Leistung gelten. „Das ist keine Entschuldigung“, stellte er klar.

Nach dem hervorragenden Saisonstart also der erste Dämpfer für die Amstettner, die die schlechte Leistung in Kärnten bereits zwei Tage später im NÖ-Derby vergessen machen hätten können. Eine Leistungssteigerung wurde vom Team jedenfalls gefordert. „Die Mannschaft hat die Chance, ihr wahres Gesicht zu zeigen, denn im Derby wird definitiv eine bessere Leistung erwartet“, sparte Henschke nicht mit deutlichen Worten.

AMSTETTEN - WALDVIERTEL 0:3.

Zwei Philosophien prallten beim NÖ-Derby am Freitag aufeinander. Die Amstettner haben mit Hrvoje Zelenika einen Legionär im Kader, bei den Waldviertlern stehen gleich neun im Aufgebot. „Waldviertel ist Favorit“, erklärte deshalb VCA-Sportdirektor Micha Henschke vor Spielbeginn. Insgeheim rechnete man sich beim VCA aber sehr gute Siegeschancen aus, denn die Waldviertler hatten zuletzt Niederlagen gegen Graz und Aich/Dob zu verdauen.

Zu Beginn sah auch alles nach einer spannenden und ausgeglichenen Begegnung aus. Kein Team konnte sich großartig absetzen und somit ging der erste Satz knapp mit 25:23 an die Gäste. Dieser knappe Satzverlust sollte der Knackpunkt in dieser Partie werden. „Der erste Satz war unsere Chance. Wir waren bis zum Schluss dabei, haben am Ende aber sehr unruhig gespielt. Danach waren wir fast nicht mehr auf dem Feld und der Gegner ist so erfahren, dass er unsere Fehler genutzt hat“, analysierte VCA-Coach Igor Simuncic.

Mit der Satzführung im Rücken übernahmen die Waldviertler immer mehr das Kommando, die Satzergebnisse wurden von Durchgang zu Durchgang deutlicher. Im zweiten Satz gelangen den Hausherren noch 19 Punkte, im dritten waren es nur noch 15. Nach 75 Minuten war die Niederlage besiegelt und die Enttäuschung bei den Am-stettnern riesengroß. „Wir haben uns viel mehr erwartet, aber leider nicht wirklich ins Spiel gefunden. Im zweiten und dritten Satz haben wir einfach keine Chance gehabt“, gab Thomas Tröthann zu, der mit 15 Punkten erfolgreichster Scorer seiner Mannschaft war.

Kritik ernteten die Amstettner auch von ihrem Sportdirektor. „Nicht das Ergebnis ist das Enttäuschende, sondern die Art und Weise, wie dieses zustande gekommen ist. Verlieren kann man immer, aber nicht mit so einem Auftreten“, vermisste Micha Henschke bei seinen Spielern die Aggressivität.