Aufholjagd und Start-Ziel-Sieg beim Mostiman. Nikolaus Wihlidal und Beatrice Weiß kürten sich in Wallsee zu Staatsmeistern. Victoria Schenk landete auf Platz drei.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 17. Juli 2018 (02:30)
Staatsmeisterin. Die Kärntnerin Beatrice Weiß jubelte in Wallsee über ihren ersten Staatsmeistertitel.
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Alles an einem Tag lautete am vergangenen Samstag das Motto beim Triathlon-Spektakel in Wallsee. Nachwuchsbewerbe, Sprintbewerb und Hauptbewerb über die olympische Distanz, auf der heuer die Staatsmeister ermittelt wurden, wurden erstmals nicht auf zwei Tage aufgeteilt. „Von meiner Warte aus war das alles in allem eine geile Sache. Ich bin dafür, dass wir das ein zweites Mal so machen“, zog Organisator Bernhard Keller am Ende des langen Tages zufrieden Bilanz.

Wihlidal bot eine ungewollte Einlage

Ein Goldhändchen hatte Keller auch mit dem selbstgebauten Ponton bewiesen, das die Mostiman-Teilnehmer am Weg in die zweite Schwimmrunde zu absolvieren hatten. Manche boten eine spektakuläre Flugshow, andere – wie der spätere Sieger Nikolaus Wihlidal – eine ungewollte Einlage. „Ich bin ausgerutscht und irgendwie gestolpert. Ist halt eine Schürfwunde, aber nicht der Rede wert“, erklärte der Vorjahressieger, warum er mit blutigen Knien ins Ziel kam.

Staatsmeister. Nach seinem Sturz am Ponton kam Nikolaus Wihlidal mit blutigen Knien ins Ziel.
NOEN

Bevor der Routinier aber über seinen zweiten Staatsmeistertitel nach 2014 jubeln durfte, legte er wieder einmal eine sehenswerte Aufholjagd hin. Beim Schwimmen hatte der Niederösterreicher nämlich noch fast dreieinhalb Minuten Rückstand auf den schnellsten Schwimmer und späteren Zweiten Lukas-Paul Kollegger ausgefasst.

Dass Wihlidals Stärken auf dem Rad und beim Laufen liegen, musste die Konkurrenz in der Folge schnell zur Kenntnis nehmen. Mit 20 Sekunden Rückstand auf Alexander Gräf wechselte er bereits als Zweiter auf die Laufstrecke. Und dort ließ der 37-Jährige seinen um elf Jahre jüngeren Konkurrenten dann so richtig alt aussehen. Bereits zur Hälfte der ersten Runde hatte Wihlidal die Führung übernommen.

„Ich habe gewusst, dass er nicht unbedingt der beste Läufer ist und ich im Normalfall schneller sein müsste“, fasste Wihlidal den Laufsplit zusammen. Angesichts der schnellsten Laufzeit aller Teilnehmer kam auch keine Gefahr von hinten und Wihlidal konnte den ÖM-Titel sicher nach Hause laufen. Platz zwei sicherte sich mit der zweitbesten Laufzeit Lukas-Paul Kollegger vor Marcel Pachteu. Alexander Gräf musste sich dank der 42. Laufzeit mit Platz fünf begnügen.

Machtdemonstration von Beatrice Weiß

Bei den Damen war die Kärntnerin Beatrice Weiß eine Klasse für sich. Die 20-Jährige feierte einen völlig ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Den Grundstein für ihren ersten Staatsmeistertitel legte Weiß beim Schwimmen, wo sie nur vier Herren den Vortritt lassen musste. Im Ziel betrug ihr Vorsprung auf die Zweite Simone Fürnkranz mehr als vier Minuten.

Aufholjagden auf der Laufstrecke sind auch eine Spezialität von Victoria Schenk. Das stellte sie bei ihrem ersten Triathlon in dieser Saison unter Beweis, obwohl sie mit Magenproblemen zu kämpfen hatte. „Ich habe beim Schwimmen zu viel Donauwasser geschluckt und mich eigentlich schon mit dem vierten Platz abgefunden.“ Trotzdem kam die Athletin der Sportunion Waidhofen der vor ihr laufenden Romana Slavinec immer näher. Mit der schnellsten Laufzeit aller Damen katapultierte sich Schenk dann doch noch in die Medaillenränge nach vorne.