Die Streife fährt mit zum Training. Am kommenden Donnerstag geht es für Andreas Graf nach Japan, dort gibt es bei den Trainings dann einen Geleitschutz.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 21. Juli 2021 (00:14)
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Der eine Ebreichsdorfer Radrennfahrer drückte dem anderen die Daumen: „Ich freue mich unheimlich für ‚Koni‘, das ihm das gelungen ist“, grinst Bahnrad-Ass Andreas Graf, der mit seinem langjährigen Freund auch öfters gemeinsam trainiert. Und wenn Konrad bei der Tour de France eine Etappe holt, müsste ja auch Grafs Formaufbau Richtung Olympia passen. Bei internationalen Rennen gab es in diesem Kalenderjahr die Plätze zwei und vier, aber das Fahrerfeld bei Olympia ist noch einmal besser.

Graf glaubt, dass die Favoriten ihre Rolle von Beginn weg einnehmen, erwartet ein extrem schnelles Rennen. „Wir sehen uns dort sicher nicht als die Favoriten, dafür waren die Leistungen über die letzten Jahre einfach nicht konstant gut genug“, nimmt Graf mit seinem Partner Andreas Müller in Tokio einen Top Fünf-Platz ins Visier.

Das Duo startet am 7. August im Madison-Bewerb, Zweier-Teamfahren. Die Vorbereitung läuft derzeit im Wiener Dusika Stadion. „Wir sagen gerade Tschüss zum Stadion“, sind die Trainingseinheiten für den 35-jährigen Graf auch mit etwas Wehmut verbunden. Wenn er mit Müller am 29. Juli Richtung Tokio aufbricht, wird das Dusika gesperrt und mit den Abrissarbeiten begonnen.

Davon wird „Prinz“, so sein Spitzname, aber nicht viel mitbekommen. Der Fokus liegt dann bereits auf Tokio: „Wir müssen unzählig viele PCR-Tests machen. Am Flughafen kann das vier bis acht Stunden dauern, was wir von Leuten gehört haben, die schon drüben sind.“ Zumindest in der Trainingsgestaltung sind die Radsportler etwas flexibler, als andere Sportarten. „Wir dürfen draußen unsere Einheiten fahren, werden dabei aber von einer Streife begleitet, damit wir uns schön an die Regeln halten“, nimmt es Graf gelassen, genießt die freitägige Eröffnung im Fernsehen.