Traiskirchen-Obmann Nemeth: „Paar tausend Euro Schaden“. Traiskirchens Basketballer erheben Ausfälle. Hypo-Handballer reagieren gelassen.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 24. März 2020 (01:58)
Ernst Nemeth (Obmann von Basketball-Superligist Traiskirchen) versucht seinen Verein sicher durch die Krise zu führen.
Michalski

Seit Freitag steht fest, dass Kurzarbeit auch bei Sportvereinen möglich ist. Ob diese Möglichkeit zur Anwendung kommt, will Hypo NÖ-Obmann Gerhard Haidvogel gemeinsam mit seinem Gremium erst entscheiden. Betroffen wären allerdings nur fünf oder sechs Spielerinnen sowie zwei, drei Trainer. Studentinnen und Nebenerwerbsspielerinnen werden über Förderungen der Sport Austria (vormals Bundessportorganisation) entschädigt.

Schaden vorhanden, aber keine Panik

„International sprechen schon viele von Konkurs und zusperren“, erzählt Haidvogel. So tragisch sei es bei den Handball-Damen aus dem Bezirk Mödling aber bei Weitem nicht. Es sei der richtige Schritt gewesen, dass der Verein zuletzt auf einheimische Spielerinnen gesetzt habe. „Vereine mit internationalen Profis werden sich schwerer tun“, ist sich Haidvogel sicher. Bei seinem eigenen Verein wird viel davon abhängen, ob die Saison zu Ende gebracht werden kann. „Wir haben auch Sponsorverträgen mit Erfolgsklauseln“, gibt Haidvogel preis, der sich trotz allem noch wenig Sorgen macht: „Unser Sponsorenmix ist sehr gut.“

Auch Tischtennis-Bundesligist Wiener Neustadt will abwarten, wie sich die Sponsoren verhalten. Der Bundesliga-Kader ist ein bunter Potpourri der Nationalitäten – Tschechien, Kroatien, Usbekistan, Südkorea, Saudi Arabien, Deutschland. Allerdings werden die Spieler pro Einsatz bezahlt, sprich keine Spiele, kein Geld. Nicht nur deshalb haben manche Akteure mit Einschnitten zu rechnen: „Bei mir ist es nicht der Fall, aber ich kenne Fälle, da hatten Spieler Verträge für die kommende Saison und wurden jetzt wieder gekündigt“, erzählt Wiener Neustadts Obmann Franz Gernjak.

Während die Tischtennis-Asse noch hoffen, dass die Saison irgendwann ein reguläres Ende findet, ist die Spielzeit der Basketballer ohne Meister abgebrochen. Die Spieler der Traiskirchen Lions haben dennoch gültige Verträge bis Juni. Sie sollen zur Kurzarbeit angemeldet werden – zumindest die einheimischen Spieler, ob für die Legionäre (sie weilen mittlerweile wieder in ihren jeweiligen Heimatländern) ein Anspruch besteht, ist laut Obmann Ernst Nemeth noch nicht klar. Er selbst bekam vom Sportministerium ein Formular übermittelt, muss erheben, welcher Schaden für den Verein entsteht. „Genau kann ich es noch nicht sagen. Ich rechne mit ein paar tausend Euro“, meint Nemeth zur NÖN.