Lions halten im Herzschlagfinale die Liga. Nach der 71:76-Niederlage in Fürstenfeld drehten die Traiskirchner zu Hause die Relegation, weil ein Dreier von Georg Wolf und der folgende Rebound in den Schlusssekunden nicht saß. Im dritten Viertel sah es so aus, als wäre der Lions-Abstieg bereits besiegelt.

Von Malcolm Zottl. Update am 16. Mai 2021 (21:00)
Traiskirchens Basketballer kämpften sich in der Relegation durch, sind auch nächstes Jahr in der Superliga.
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Seit 1983, also seit 38 Jahren sind die Traiskirchen Lions in der höchsten Spielklasse und bleiben es auch nach der Seuchensaison 2020/21. Nachdem die Löwen den Superliga-Grunddurchgang als Letzter abschlossen, verlor die Pinezich-Truppe auch das Relegations-Hinspiel gegen Fürstenfeld mit 71:76. Das Rückspiel im Lions Dome war an Dramatik dann nicht zu überbieten. Die Lions erwischten den besseren Start, doch Fürstenfeld ließ nicht abreißen und schaffte den Ausgleich Mitte des ersten Durchgangs, danach wechselte die Führung mehrmals.

Traiskirchner Zwischenspurt

Dann legten die Lions einen Zwischenspurt hin, erarbeiteten sich im zweiten Viertel erstmals einen sieben Punkte-Vorsprung, damit lagen die Löwen im Gesamtscore erstmals vorne. In Fürstenfeld waren die Traiskirchner zwischenzeitlich gar mit 16 Punkten im Hintertreffen gelegen. Doch es hätte nicht zu dieser verkorksten Saison gepasst, hätte der Traditionsverein den Klassenerhalt souverän geschafft. Eine Schwächephase gegen Ende der ersten Hälfte und Fürstenfeld war zur Pause wieder auf einen Zähler dran (36:35).

Fürstenfeld liegt acht Punkte vorne

Nach dem Seitenwechsel verlief das Match zunächst gar nicht nach dem Geschmack der Traiskirchner. Fürstenfeld traf praktisch alles, während die Würfe der Löwen einfach nicht mehr den Weg in den Korb fanden. Fürstenfeld führte bereits mit 56:48, da sah es schon so aus, als wäre der Abstieg bereits besiegelt. Doch die Löwen kämpften, während die Fürstenfelder ein Zitterpfötchen bekamen. Traiskirchen robbte sich Score um Score heran, zog vorbei und baute die Führung kontinuierlich aus. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende traf Mario Spaleta zum 73:67, damit wären plötzlich wieder die Lions in der nächstjährigen Superliga gewesen.

Pures Drama in den Schlusssekunden 

Dani Koljanin traf zum 75:67, Fürstenfeld schlug mit einem Dreier zurück. Spaleta stellte den sieben Punkte-Vorsprung her. Nachdem Fürstenfeld vergab, gelang den Löwen die Entscheidung nicht, foulten danach auch nicht, ließen bei 77:70 Georg Wolf einen schwierigen Dreier werfen, wäre der drinnen gewesen, die Lions wären abgestiegen, doch der Wurf passte nicht und auch der Abpraller fand in den letzten Hundertstel nicht mehr den Weg in den Korb. Traiskirchen jubelte, bleibt in der Superliga - sportlich auf alle Fälle, ein kleines Fragezeichen steht noch hinter der Lizenz, aber da zeigten sich die Löwen stets optimistisch.

Stimmen zum Spiel

Markus Pinezich, Head Coach Traiskirchen: „Wir wussten, dass es nach den letzten Wochen nicht einfach wird. Als wir in der zweiten Halbzeit minus acht zurücklagen, waren wir am Zerbrechen. Aber wir haben Charakter gezeigt, haben noch einmal Energiereserven gefunden und am Ende konnten wir das Spiel mit viel Herz gewinnen und den Klassenerhalt sichern. Gratuliere an die Mannschaft, sie hat Herz gezeigt.“

Mario Spaleta, Spieler Coach Traiskirchen: „Ich bin glücklich, dass wir den Klassenerhalt fixiert haben. Aber als Ex-Fürstenfelder tut es mir für sie natürlich leid.“

Pit Stahl, Head Coach Fürstenfeld: „Unglaublich bittere Niederlage, schlussendlich lag es an ein, zwei Entscheidungen. Bitter, dass die Arbeit von zwei Jahren heute nicht belohnt werden konnte.“

Lukas Hahn, Spieler Fürstenfeld: „Leider ein enttäuschendes Ende. Wir haben gut gekämpft. Ich finde nicht, dass das bessere Team gewonnen hat. Respekt an Traikirchen, aber auch Respekt an uns. Wir haben super gekämpft, leider hat es nicht gereicht. Das tut weh.“