Traiskirchens Waterloo am letzten Spieltag. Mit einem Sieg in Oberwart wollte sich Traiskirchen realistische Chancen auf die Play-offs erspielen, doch es sollte ganz anders kommen.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 04. Februar 2021 (07:13)
Dani Koljanin (in weiß) und den Traiskirchen Lions gelang bei den formstarken Oberwartern keine Überraschung.
Malcolm Zottl

Die Traiskirchen Lions gingen als Außenseiter in das letzte Grunddurchgangsspiel gegen die Oberwart Gunners. Doch die Löwen sollten bis in die Haarspitzen motiviert gewesen sein. Mit einem Sieg hätten die Traiskirchner den Play-off-Einzug in der Qualifikationsrunde (Plätze sieben bis zehn) wieder in der eigenen Hand gehabt.

Doch all die Motivation half nichts. Die Lions bastelten phasenweise gute Leistungen in einzelne Mannschaftsteilen nicht zu einer konstant guten Gesamtleistung zusammen, weshalb Oberwart die Partie recht ungefährdet mit 71:60 gewann. Ebenfalls bitter: Zeitgleich gewann der Tabellenachte Graz gegen Sankt Pölten. Damit gehen die Steirer mit sechs Punkten Vorsprung auf die Lions in die Qualifikationsrunde. Heißt: Die Lions müssten in sechs Spielen drei Siege mehr einfahren als die Grazer, um noch das letzte Play-off-Ticket zu lösen.

Neben Oberwart zieht auch Wels in die Platzierungsrunde der Top Sechs ein. Zuvor waren bereits Gmunden, Kapfenberg, Klosterneuburg und Sankt Pölten qualifiziert. Neben Graz, Traiskirchen und Tabellenschlusslicht Timberwolves muss auch der BC Vienna, der immer wieder als Titelanwärter gehandelt wird/wurde, in die untere Zwischenrunde. Die Wiener liegen wie Graz sechs Punkte vor Traiskirchen und den Timberwolves.

Nervöses Spiel von beiden Seiten

Dass Traiskirchen die Sensation in Oberwart nicht schaffen würde, zeichnete sich bereits ab dem ersten Viertel ab. Auf keine Rechenspiele einlassen, wollten sich die Gunners, die es mit einem Sieg gegen die Lions selbst in der Hand hatten, sich für die Platzierungsrunde zu qualifizieren. Zu Spielbeginn merkte man davon aber nur wenig, denn die Oberwarter fanden offensiv nicht wirklich ihren Rhythmus und erzielten im ersten Abschnitt lediglich 16 Punkte. Dass sie nach zehn gespielten Minuten dennoch voran lagen, war der hohen Intensität zu verdanken, die dafür sorgte, dass die Löwen im Angriff katastrophal begannen und überhaupt nur zehn Zähler erzielten. Beim Stand von 16:10 ging es also ins zweite Viertel einer bis dahin verhaltenen Auseinandersetzung. Dort kam nun etwas Schwung in die Partie, mit einem 8:1-Laufs setzten sich die Burgenländer weiter ab. Vor allem Altmeister Shawn Ray leistete auf Seite der Traiskichner aber Gegenwehr und sorgte mit drei Dreiern dafür, dass seine Lions bis zur Pause in kein allzu großes Loch fielen (27:38).

Keine Aufholjagd der Lions

Nach dem Seitenwechsel ging die Defensivschlacht, die schon den Spielbeginn prägte, weiter. Keine Mannschaft traf hochprozentig, sodass die Oberwarter Heimmannschaft nahezu durchgehend einen zweistelligen Vorsprung halten konnte. Daran sollte sich auch im Schlussabschnitt nichts ändern. Zwar kämpften die Niederösterreicher weiter, aber da die Würfe nicht fielen, wurde auch der Rückstand nicht kleiner. Ohne offensiv zu glänzen kontrollierten die Gunners das Duell bis zum Ende (71:60) und sicherten sich einen Platz in den Top-Sechs.

Stimmen zum Spiel

Horst Leitner, Head Coach Oberwart: „Gratulation an die Mannschaft, Traiskirchen hat uns einen harten Kampf geliefert. Nichtsdestotrotz haben wir in den letzten fünf Runden sensationelle Ergebnisse erzielt, ich bin stolz auf die Mannschaft.“

Terrence Bieshaar, Spieler Oberwart: „Wir wussten, was heute auf dem Spiel steht, wir wussten, dass wir heute gewinnen müssen, um die Top-Sechs zu kommen. Wir hatten unsere Höhen und Tiefen, ich zum Beispiel habe nicht so gespielt, wie ich sollte. Aber das Wichtigste ist, dass wir gewonnen haben, wir sind in den Top-Sechs, jetzt müssen wir uns auf das nächste Spiel fokussieren, auf das Cup-FInale und alles, was noch auf uns zukommt. Ich denke, wir haben gut gespielt, speziell in den letzten Wochen, so müssen wir weitermachen.“

Markus Pinezich, Headcoach Traiskirchen: „Defensiv haben wir die Sachen größtenteils gut umgesetzt, aber wenn du so viele zweite Chance zulässt, wird es schwierig in Oberwart zu gewinnen. Offensiv haben wir sowohl in der ersten Halbzeit als auch im vierten Viertel den Ball Oberwart geschenkt und das hat zu einfachen Punkten geführt.“

Maximilian Schuecker, Spieler Traiskirchen: „Schwere Niederlage für uns, wir konnten mit der Intensität von Oberwart nicht mithalten und haben uns einfach im Spiel verloren bzw. von ihrer Intensität erdrücken lassen. Gratuliere an Oberwart zum Aufstieg in die Top-Sechs.“