Nur ein Lichtblick im Badener Hexenkessel. Superstimmung zum Start der U22-Europameisterschaft in Baden. Nur die rot-weiß-roten Erfolge wollten sich nicht so recht einstellen. Einzig die Stockerlaspiranten Pristauz/Buchegger fuhren einen Sieg ein.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 16. Juni 2017 (09:10)

„Mehr Sommer geht nicht!“ Selten hat das Badener Beachvolleyballmotto besser gepasst als am Donnerstag. Die Sonne heizte den Fans ein, der Hexenkessel brodelte wie sonst nur an den Finaltagen. Geholfen hat’s wenig.

Österreichs U22-Hoffnungen kamen am ersten Spieltag der CEV-Europameisterschaft nicht so recht in Tritt. Einzig Moritz Pristauz und Paul Buchegger unterstrichen, warum sie ernsthafte Medaillenhoffnungen sind. Für die NÖ-Girls Sophie Weber/Marilena Preiml setzte es dagegen eine glatte Zwei-Satzniederlage.

Von der Halle in die Badener Sandkiste

Die österreichische Edelmetallhoffnungen Moritz Pristauz und Paul Buchegger – der direkt von der World League in der Halle in Linz auf Badener Sand wechselte – eröffneten zur Mittagszeit den Centercourt in Baden für die rotweißroten Herren.

Die über weite Strecken ungefährlichen Rumänen Badiceanu/Calin konnten die top-gesetzten Österreicher nicht viel entgegensetzen. Mit 21-16 ging Satz 1 an Pristauz/Buchegger und auch in Satz 2 ging nichts schief und mit einem klaren 21-15 war der erste Sieg für Österreich in Baden fixiert.

Pristauz: Sind cool geblieben

Moritz Pristauz: „Wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung. Gleich am Anfang eines Turniers abzuliefern, ist nicht immer leicht, aber wir sind cool geblieben und haben von Punkt zu Punkt immer besser reingefunden. Die Abstimmung funktioniert immer besser, speziell in der Block- und Feldverteidigung kommen wir immer besser zusammen.“

Partner Paul Buchegger ergänzt: „Für morgen sind wir zuversichtlich und werden natürlich wieder voll angreifen. Unser Ziel ist es, in den zwei Spielen den Gruppensieg zu fixieren, ein volles Stadion würde uns da natürlich noch mehr pushen.“

Österreicher fordern die Nummer zwei

Moritz Kindl und Marian Klaffinger hingegen mussten gegen die starken Norweger Berntsen/Mol ordentlich kämpfen. Kampfgeist, voller Einsatz und auch die Unterstützung der Fans am Centercourt halfen bei Satz Eins, den sie mit 23-21 für sich entscheiden konnten.

Jedoch setzte sich die Nummer 2 des Turniers ab da klar durch und gewinnt die nächsten beiden Sätze und damit die Partie (21-23, 21-14, 15-6). Nicht verwunderlich, war Anders Berntsen Mol im vergangen Jahr mit Christian Sørum U22-Europameister in Thessaloniki und mit seinem jetzigen Partner 5. beim FIVB Major in Klagenfurt.

Felix Friedl und Lucas Skrabal mussten gegen die auf 5 gesetzten, starken Polen Paszkowski/Lysikowski ran. Doch Friedl/Skrabal ließen sich nicht beeindrucken und zeigten tolles Beachvolleyball – wie auch die Polen. So wurde der 1. Satz zum Krimi. Am Ende, ein gutes Ende: 22-20 für Österreich. Doch wie schon zuvor mussten unsere Youngsters die bittere Erfahrung machen, dass die höher Gesetzten nach einer Satzniederlage richtig aufdrehen können. So gewinnt Polen gegen Österreich 22-20, 12-21, 9-15.

Für Austro-Girls hingen die Trauben hoch

Davor hatten sich die Damen-Teams am Vormittag ihren jeweiligen Gegnerinnen in je zwei Sätzen klar geschlagen geben müssen. Die Klinger-Schwestern waren gegen die russischen Silber-Medaillengewinner bei der U21-WM in Luzern Kholomina/Makrogruzova (14-21, 15-21) chancenlos.

Julia Radl und Franziska Friedl verloren gegen die amtierenden U22 Europameisterinnen Graudina/Kravcenoka (15-21, 18-21) und Sophie Weber und Marilena Preiml zogen im ersten Match der U22 EM in Baden gegen die „Snow Tour Champs“ Matei/Vaido (ROM) mit 29-31 (ein echter Marathon-Satz!), 14-21 den Kürzeren.

Nichts zu holen

Am Nachmittag mussten Weber/Preiml gegen Matei/Vaida antreten, was mit 16-21, 9-21 als klare Angelegenheit für die Rumäninnen endete. Dorina und Ronja Klinger bekamen es mit den Italienerinnen Traballi/Frasca zu tun. Die U20 Silbermedaillen-Gewinnerinnen von Antalya aus Italien machten kurzen Prozess und siegten klar in zwei Sätzen mit 14-21, 13-21. Im letzten Spiel des Tages mit rot-weiß-roter Beteiligung unterlagen Radl/Frield den Tschechinnen Kotlasova/Resova in zwei Durchgängen.

„Wir hätten uns ein, zwei Siege mehr erwartet“, gesteht ÖVV-Headcoach Stefan Hömberg. „Wir sind schon ein wenig enttäuscht. Gerade die Damen hatten aber sehr starke Gegnerinnen. Der klare Sieg von Paul und Moritz gegen Rumänien ist da natürlich für uns der Lichtblick des Tages.“