Corona schließt die Türen der Tennishallen. Die Tennishallen sind für die breite Masse geschlossen. Das stößt vielerorts auf Unverständnis. Die NÖN fragte bei den Hallenbetreibern des Bezirks Baden nach der aktuellen Lage.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 03. Februar 2021 (01:13)
Die Tennishallen des Bezirks: TC Wunderlich in Tribuswinkel.
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Seit November haben die Tennishallen geschlossen. Eine Öffnung stand seitdem immer wieder zur Diskussion, einzig gekommen ist sie nicht. Das sorgt für Unverständnis bei Betreibern und Tennisspielern, denn Platz wäre genug. Rund 650 Quadratmeter stehen auf einem Platz zur Verfügung. Reichlich genug, damit sich zwei Spieler indoor die gelbe Filzkugel zuschupfen können. Gerhard Rodax, er hat eine Tennishalle in der Traiskirchner Hochmühlstraße, hat dennoch Verständnis für die Maßnahmen. Die Verhältnismäßigkeit fehlt ihm allerdings, er kann nicht verstehen, dass Eislaufplätze und Skipisten öffnen dürfen. „Jeder Tag, der früher geöffnet werden darf, wäre wichtig für mich“, meint der ehemalige Profi-Fußballer.

Gerhard Rodax hofft, dass der Thiem-Boom anhält, eine gute Hallensaison 2021/22 beschert.
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Bis dahin gelte es sich finanziell über Wasser zu halten. Das sei für Rodax aktuell kein Problem, dennoch sind finanzielle Unterstützungen der öffentlichen Hand wichtig. „Ich habe das Gefühl, dass sie es uns möglichst schwer machen wollen. Mein Steuerberater ist zum besten Freund geworden“, scherzt Rodax, der bei Fixkostenzuschuss, Umsatzersatz und Co. nicht mehr durchblickt. Sein Vorschlag: Ein prozentueller Ersatz anhand der Vorjahreszahlen „Diese 80 Prozent sind zu viel, aber da verhandelt man halt“, schweben Rodax 50 oder 60 Prozent Ersatz vor.

„Ich hoffe auf schlechtes Wetter.“ Gerhard Rodax wird seine Halle im Sommer offen halten, gespielt wird aber wohl nur bei Schlechtwetter.

Da wäre „Nachbar“ Christoph Wunderlich dabei, der in Tribuswinkel die größte Tennishalle des Bezirks betreibt. Die Halle ist in Familienbesitz. Der Vater der Vermieter, Sohn Christoph eben der Mieter. Tribuswinkel ist seit vergangenem April Leistungsstandort des NÖ-Tennisverbands. Leistungssportler dürfen deshalb in der Halle trainieren. „Von 13 bis 17 Uhr“, erzählt Wunderlich junior. Im Vergleich zu den letzten Jahren kein nennenswerter Faktor. Ein Vorteil ist, dass es in Tribuswinkel Plätze unter freien Himmel gibt. Damit gibt es im Sommer einen regulären Betrieb.

„Aber den Winter kann man nicht aufholen. Wie groß der Schaden ist, wird man erst in der nächsten Wintersaison sehen“, glaubt Wunderlich, der auf eine weitgehend uneingeschränkte Freiluftsaison hofft. Rodax wirft ein, dass das finanzielle Problem bei Hallen-Betreibern, die eine Pacht zahlen, größer werden könnte. Er selbst müsse als Besitzer nur die Fixkosten zahlen. Besonders sind die Umstände bei anderen Bezirkshallen: Die Halle in Baden ist in Hand der Gemeinde, jene in Kottingbrunn ist an das gleichnamige Hotel Höllrigl integriert. Bei Better Tennis Traiskirchen liegt der Schwerpunkt hingegen auf Leistungstennis, Betrieb herrscht.

Veranstaltungshalle Baden
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Ein ungelöstes Problem für die Hallenbetreiber sind die Abos. Diese werden normalerweise im September abgerechnet. Bei den Corona-Hilfen ist hier (noch) kein Ersatz vorgesehen. Die Abo-Spieler wollen aufgrund der Hallensperre aber zumindest teilweise ihr Geld zurück. Während Rodax seine Halle etwa im Sommer geöffnet hält und „auf schlechtes Wetter hofft“, wird Wunderlich Abos für die kommende Saison gutschreiben. Anders ist die Situation bei Gerhard Balluf, Besitzer und Betreiber der Halle in Weigelsdorf. Bei ihm werden die Abos erst später abgerechnet.

„Ich hatte das Meiste noch gar nicht kassiert.“ Nicht nur bei diesem Thema hat Balluf einen anderen Standpunkt als die Kollegen. Zu den finanziellen Unterstützungen meint er: „Die Unterstützung ist okay“, was Balluf ebenfalls ärgert, ist die Unverhältnismäßigkeit: „Wenn wer die Nummer 30 in Österreich ist, wird aus dem international nichts werden wahrscheinlich, der darf aber spielen, während meine Trainer, die sonst bei mir zehn bis 15 Stunden machen, vor dem Fernseher sitzen müssen.“