Drakonische Strafe für Gusti Strazdas. Nach seiner Insultierung gegen Hollabrunn fasste Bad Vöslaus Augustas Strazdas eine Sperre bis 31. Dezember 2021 aus.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 18. Februar 2020 (04:36)
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Am Samstag verloren die Bad Vöslauer Handballer in einer umkämpften Partie gegen Trofaiach. Das Ergebnis dieser spusu Challenge-Partie war für die Thermalstädter in dieser Woche aber fast sekundär.

Denn Spielertrainer Augustas Strazdas fasste für seine Insultierung gegen Hollabrunn eine drakonische Strafe aus. Der 37-Jährige wird bis 31. Dezember 2021 gesperrt.

Was war passiert? Nach der Partie gegen Hollabrunn soll Strazdas dem Waldviertler Spielmacher Patrick Prokop einen Faustschlag auf den Brustkorb versetzt haben. Dieser ging danach zu Boden. Rettung und Polizei waren vor Ort. Zivilrechtliche Schritte der Familie Prokop scheinen nach wie vor möglich. Prokop erlitt eine Brustkorbprellung, war deshalb diese Woche vom Training freigestellt, soll am Freitag allerdings schon wieder trainiert haben.

Die Straf- und Rechtskommision des ÖHB sprach eine unbedingte Strafe bis 31. Juni 2021 und eine bedingte Strafe bis 31. Dezember 2021 aus. Eine Bewährungsfrist läuft dann bis Jahresende 2023. Das Strafmaß lag zwischen acht Spielen und zwei Jahren (im Falle einer schweren Verletzung bis zu vier Jahren).

In der Begründung wurde die bisherige Unbescholtenheit Strazdas‘ und das Eingeständnis der Tat als mildernd gewertet. Erschwerend wurde gesehen, dass diese Aktion nach dem Spiel während der Fairplay-Aktion (Abklatschen mit den Gegenspielern in der Mitte des Spielfeldes) stattfand. Solche Aktionen schaden dem Ansehen des Handballsports in der Öffentlichkeit massiv – siehe entsprechende Berichte in den Medien – und sind daher auf das Schwerste zu bestrafen.

Die Verantwortlichen des Vöslauer HC rechneten mit einer harten Strafe, doch diese Härte ließ Obmann Peter Gauss aus allen Wolken fallen: „Wir sind über die Länge der Strafe schockiert. Wir werden intern beraten, welche Schritte wir weiter setzen.“ Neben der Sperre als Spieler darf Strazdas bis zum Ende der Sanktion auch nicht als Trainer tätig sein. In der Praxis für Bad Vöslau kein Problem, gibt es mit Bernhard Folta ja einen weiteren Cheftrainer.

„Wir sind über die Länge der Strafe schockiert. Wir werden intern beraten, welche Schritte wir weiter setzen.“

Auch in Hollabrunn zeigte man sich angesichts der Höhe der Strafe verwundert: „Ich war überrascht, wie hart es ausgefallen ist, aber ich denke, dass der Verband ein Zeichen setzen wollte“, meint Hollabrunn-Manager Gerhard Gedinger.

Detail am Rande: In der 2. Basketball Liga kam es vor wenigen Wochen zu einem ähnlichen Vorfall. In Fürstenfeld trat Heim-Trainer Flavio Priulla nach Spielende Mattersburgs Marko Soldo von hinten nieder. Hier gab es eine dreimonatige Sperre für den Fürstenfeld-Coach. Der Verein erhielt allerdings eine 2.500 Euro-Strafe. Die Bad Vöslauer kamen mit 35 EuroVerfahrenskosten davon.