Siege für Favoriten, Außenseiter und schwere Stürze. Favorit Kellahen gewann wie erwartet das Galopperderby im Magna Racino. Sydney stahl in der Breeders Crown allen die Show. Drozda mit Wirbelverletzungen im Spital.

Von Clemens Kuzminski. Erstellt am 14. September 2020 (06:36)
Sydney holte sich bei der Breeders Crown überraschend den Sieg.
AROC

Zur Eröffnung des Herbstmeetings im Ebreichsdorfer Racino stand am 13. September ein Mega-Renntag mit insgesamt 14 Rennen, darunter 5 Galopprennen, 3 hoch dotierten PMU-Rennen der Traber und als sportliche Höhepunkte das 151. Östereichische Galopperderby und die Breeders Crown der 4-jährigen Traber auf dem Programm. Die Spieler lockte ein Jackpot-Festival in verschiedenen Wettarten.

Drozda von der Rennbahn ins Krankenhaus

Bei heißem, sonnigen Spätsommerwetter war das Racino – unter Einhaltung aller Corona-Schutzmaßnahmen – bestens besucht. Die Galopprennen am Beginn der Tageskarte waren recht turbulent, einige Pferde waren ungebärdig oder entkamen, von den Jockeys erwischte es Frantisek Drozda, der mit schweren Wirbelverletzungen ins Spital gebracht wurde, am schlimmsten. Zweimal gewann der mehrmalige slowakische Champion Zdenko Smida, ebenso oft der Bulgare Nurhay Zyulkyul (obwohl er stilistisch nicht beeindrucken konnte).

Kellahen galoppierte, sah und siegte

Das Galopperderby mit erfreulicherweise zwölf Pferden hatte einen erklärten Favoriten, den aus Berlin angereisten braunen Hengst Kellahen aus dem Stall von Sarka Schütz, der nach vier Siegen zum Favoritenkreis im Deutschen Derby(Gruppe I) zählte, dort aber nicht reüssieren konnte. In der mit 15.000 Euro dotierten Traditionsrennen über 2.200 Meter bemächtigte sich zunächst Darling mit Nurhay Zyulkyul der Spitze, dahinter war außen bereits der Favorit zu sehen. Bei mäßigem Tempo gab es lange Zeit keine Veränderungen. Jockey Andre Best legte auf Kellahen einen „Sicherheitsritt“ hin, ließ sich nie „einsperren“, ergriff im letzten Bogen die Initiative und setzte sich ziemlich mühelos an die Spitze. Wie Siegreiter Andre Best (50 Jahre) angab, hatte er ein bisschen Angst vor Speedpferden, war aber rasch in Sicherheit.

Der ungarische Teilnehmer Arktisz mit dem amtierenden slowakischen Jockeychampion Jaroslav Linek holte sich mit einem Finish an der Innenkante den Ehrenplatz, auch der aus München kommende Furioso mit dem „langen“ Patrick Gibson lief als Dritter ein sehr gutes Rennen. Dann folgte der Mitfavorit Sir Polski aus dem Stall des deutschen Trainerchampions Henk Grewe, der von William Mongil geritten wurde. Für Mongil war es das erste Rennen als Jockey nach vielen Jahren als Trainer, die tschechische Spitzenstute Zariyannka (Radek Koplik) enttäuschte als 5. ein bisschen, war jedoch besser platziert als vor einer Woche im Tschechischen Derby, aber vielleicht spürte sie noch die Anstrengung dieses Rennens. 

Sydney überflügelt im Zielsprint alle

„Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte“ könnte man den Rennverlauf der AROC Breeders Crown übertiteln:Dreizehn vierjährigen österreichische Spitzenpferde, darunter viele Derby-Anwärter, waren bei der 2.140 Meter-Marke am Ablauf: Nach hartem Kampf um die Spitze setzte sich nach kurzer Führung von Grafenegg (Gerhard Mayr) Diamant Venus mit Wolfgang Ruth an die Spitze. Bereits eine halbe Runde später erschien außen Franz Konlechner mit Catch me if you can.

Die beiden Cracks lieferten sich bei hohem Tempo ein erbittertes Duell und entfernten sich teilweise etwas vom Restfeld. Im Einlauf kamen aber die „Räuber“, mit Riesenschritten übernahm Sydney mit Catchdriver Martin Redl im Rush die Führung, auch Dellaria Venus überlief im Finish noch die beiden Kontrahenten. Den 3. Lauf zum Gold Cup des Trabersportklubs konnte sich der Favorit Aquila Venus mit René Karlovatz sichern. Lokalmatador Hubert Brandstätter feierte drei Siege als Fahrer, sein Trainer Sascha Fischer sogar vier.

Nächster Renntag im Racino ist am 11. Oktober mit dem AROC-Derby für 3-jährige Traber.

EREGEBNISSE

1. Rennen(Galopp): Bolthorn mit Zdenko Smida vor Magnentius und Rikoleta

2. Rennen(Galopp): Zeyno mit Nurhay Zyulkyul vor Rumba Lady und Mia

3. Rennen(Galopp): Texas Girl mit Zdenko Smida vor Zambala und Irish Rose

4. Rennen: Funny Rose Venus mit Hubert Brandstätter in 1.18,4 vor Admiral Fuchs und Der Siebziger

5. Rennen(Galopp): Scandinavian Lady mit Nurhay Zyulkyul vor Wirrwarr und Di Mo

6. Rennen: Goody Perrine mit Christoph Schwarz in 1.18,4 vor Brigitte Laksmy und Bollinger Mail

7. Rennen: Oklahoma Venus mit Sabrina Bruckner in 1.16,7 vor Sherlock und Toni

8. Rennen(Galopperderby): Kellahen mit Andre Best vor Arktisz und Furioso

9. Rennen: Kronprinz Rudolf mit Josef Gruber jun. in 1.17,0 vor Margarete Venus und Virgil Venus

10. Rennen(Breeders Crown): Sydney mit Martin Redl in 1.15,6 vor Dellaria Venus und Catch me if you can

11. Rennen: Donatello Venus mit Hubert Brandstätter in 1.17,5 vor Mc Donald Venus und Truman Venus

12. Rennen: Aquila Venus mit René Karlovatz in 1.16,5 vor Ladi Venus und Rolando Venus

13. Rennen: Aaron(CZ) mit Hubert Brandstätter in 1.16,9 vor Bleue Roi und Folies Bergère

14. Rennen: How Nice S.R. mit Ari Kaarlenkaski in 1.6,2 vor Hardtocatch SR und Chac Pipe BMG