Bad Vöslau mit erstem Sieg seit sieben Monaten

Erstellt am 07. April 2022 | 07:09
Lesezeit: 5 Min
Der Bann ist gebrochen: Die Jags können noch gewinnen und setzen sich in einer kampfbetonten Schlacht gegen den Abstieg mit 18:17 durch. Die Rote Laterne gibt Bad Vöslau damit an Gegner Bärnbach weiter.
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Als die Spieluhr heruntergetickt war, jubelten die Bad Vöslauer schon so, als hätten sie den Klassenerhalt bereits geschafft. Dabei hat die Abstiegsrunde noch nicht einmal begonnen. Doch wer seit 214 Tagen in der Liga kein Spiel mehr gewann, für den ist jeder Sieg ein riesiger Erfolg. Dank des 18:17 gegen Bärnbach/Köflach geben Philip Schuster und Co. die Rote Laterne an den Gegner weiter. Für Neo-Trainer Spyros Balomenos war es also ein gelungener Einstand. Der Grieche hatte erst am Montag von Jan-Niklas Richter übernommen, der in der Liga 19-mal hintereinander nicht gewann. Dabei waren die Vorzeichen für eine Trendwende denkbar schlecht. Raphael Muck schwang sich mit einem Bänderriss auf Krücken durch die Halle. Robin Munkacsi humpelte mit einer Knieverletzung auf die Tribüne. Und Max Schartel leistet Marian Teubert nach seinem Kreuzbandriss wieder Gesellschaft im Lazarett der Langzeitverletzten.

Viele Fehler auf beiden Seiten

Im Kellerduell startete Bad Vöslau energisch. Die Hausherren trafen, stoppten Bärnbach und trafen - 2:0. Während die Gäste hektisch agierten, hatten die Thermalstädter danach Pech im Abschluss. Stange, Latte und "Man of the Match" Jovo Budovic verhinderten einen höheren Bad Vöslauer Vorsprung. Nach neun Minuten hatte Bärnbach das Spiel wieder ausgeglichen (2:2). Beide Mannschaften konnten ihre Nervosität nicht ablegen. Technische Fehler, behäbiges Spiel im Aufbau kennzeichneten das Match ebenso wie Emotionen und Härte.

Der portugiesische Turban

Vöslau-Legionär Joao Cunha musste Mitte des ersten Durchgangs mit einer Platzwunde in die Kabine. Später kehrte der Portugiese mit einem Turban zurück und auch Spielmacher Schuster wurde ordentlich abgeklopft, blieb mit der Pausensirene benommen liegen. Mit einer Eispackung im Genick ging es für ihn in die Halbzeitpause. Was sich dazwischen auf der Anzeigetafel tat? Wenig: Vöslau legte immer wieder vor, die Steirer robbten sich immer wieder heran. Im Positionsspiel gab es für Bärnbach kaum ein Durchkommen. Vöslau-Tormann Bence Gödör war fast nur mit schnellen Gegenstößen und von der Siebenmeterlinie zu bezwingen. Die höchste Führung der Hausherren betrug drei Treffer (8:5), nach 30 Minuten hieß es 9:8.

Gödör wächst über sich hinaus

Nach dem Seitenwechsel wurde das Visier auf beiden Seiten etwas geöffnet. In den ersten zwölf Minuten gab es immerhin neun Treffer. Wieder schien Bad Vöslau etwas besser im Rhythmus, wieder schafften es die Thermalstädter aber nicht sich entscheidend abzusetzen (14:12). Das Positive: Die sonst so löchrige Deckung machte diesmal kaum verlockende Angebote. Darüber hinaus zeigte der zuletzt ohnehin recht formstarke Gödör eine herausragende Leistung, hielt knapp 49 Prozent der Würfe, die auf ihn zukamen.

Kohlmaier-Tor tütet Sieg ein

So behielt Vöslau bis in die Schlussphase eine knappe Führung, obwohl offensiv immer mehr das Zitterhändchen dazukam. Als Leonhard Langmann siebeneinhalb Minuten vor dem Ende zum 17:17-Ausgleich, begann der ein oder andere Jags-Fan aber schon zu zweifeln, ob sich der langersehnte Sieg ausgeht. Lukas Kohlmaier beantwortete das 6:53 Minuten vor dem Ende mit dem 18:17. Danach schmissen beide Mannschaften im Abschluss die Nerven. Der letzte Bärnbacher Angriff endete 42 Sekunden vor Schluss bei Felix Friedel, der Gödör im Kasten abgelöst hatte. Die Jags spielten die Uhr geschickt herunterlaufen. Dann hieß es erstmals seit sieben Monaten wieder jubeln.

Stimmen zum Spiel

Jags-Trainer Spyros Balomenos: „Natürlich freue ich mich über diesen Einstand, aber letztlich bin ich vor allem stolz auf die Jungs, die bis zum Schluss tapfer gekämpft haben. Jetzt müssen wir konzentriert weiter arbeiten, wir haben noch viel zu tun.“

Man of the Match Philip Schuster: „Unglaublicher Fight, ein sehr wichtiger Sieg für unsere Moral.“