Trickreiche Vöslau Jags bleiben unbelohnt

Stark ersatzgeschwächt versuchte Bad Vöslau mit der Taktik-Wundertüte zu überraschen. Das gelang nur anfangs.

Erstellt am 21. November 2021 | 09:01

Nach den 60 Minuten raufte sich Bad Vöslau-Trainer Jan-Niklas Richter wieder die Haare. Ein 27:36 stand in der Südstadt auf der Anzeigetafel. Wieder waren die Jags unterm Strich chancenlos, von einem Punktegewinn weit entfernt. Angesichts der Umstände verdiente sich der Auftritt zumindest das Prädikat wacker. Nach dem Kreuzbandriss von Spielmacher Marian Teubert fielen noch Keeper Bence Gödör (umgeknickt) und die Stammkräfte Raphael Muck und Lukas Kohlmaier (beide saßen nach Krankheit nur auf der Tribüne) aus.

Westwien überrascht

Zumindest Kreisläufer Robin Munkacsi war wieder fit. Die Frage aller Frage blieb: Wie soll man Westwien so ärgern? Richter überlegte sich im Angriff einige taktische Überraschungen. Rückraumspieler Emil Scheicher spielte am rechten Flügel, kreuzte immer wieder an den Kreis. Mit Sandro Jankovic, Munkacsi oder Ole-Gunnar Steinhagen schummelten sich auch immer wieder zwei Kreisläufer zeitgleich in die Wiener Deckung - unorthodox, aber erfolgreich.

Tahirovic stark, aber...

Der Favorit hatte in der ersten Viertelstunde Probleme die rotierenden Angriffsvarianten der Vöslauer zu verteidigen. 7:5 führten die Jags, als die Hausherren das erste Time-Out nahmen. Danach gehörte einem die Show: Amir Tahirovic. Bad Vöslaus nomineller Dreier-Tormann zeigte spektakuläre Paraden, vor allem mit abgewehrten Eins-gegen-Eins-Situation riss er die mitgereisten Fans von den Sesseln. Seine Vorderleute konnten die starke Phase ihres Schlussmanns nicht nutzen. In der Offensive ließ die Durchschlagskraft nach. Die Deckung bröckelte auseinander. Westwien setzte sich mit einfachen Toren vor der Pause ab - 19:15.

Risiko blieb unbelohnt

Im zweiten Durchgang plätscherte das Match vor sich hin. Die Wiener bauten ihren Vorsprung kontinuierlich leicht aus. Erst in den letzten zehn Minuten nahm das Match wieder etwas mehr Fahrt auf. Bad Vöslau sammelte noch einmal alle Kräfte und kam auf 26:31 heran. Coach Richter ging vier Minuten vor dem Ende volles Risiko, nahm den Torhüter raus. Das verunsicherte seine Mannschaft eher. Die Wiener gestalteten so das Ergebnis schlussendlich noch komfortabler (36:27) - zum Haare raufen aus Bad Vöslauer Sicht.

Stimmen zum Spiel

Elias Kofler, Westwien: "Wir sind heute schwer ins Spiel gekommen und Vöslau hat gerade am Anfang stark dagegengehalten. Umso länger das Spiel gedauert hat, desto mehr sind wir in unser Tempospiel gekommen und konnten unsere Stärken ausspielen. Am Ende war das sicher ein sehr verdienter Sieg von uns."

Philip Schuster, Jags Vöslau: "Wir haben ganz gut angefangen und eine starke erste Hälfte gespielt. Unser Problem war heute ganz sicher unser Rückzug. Wir haben einfach zu viele schnelle Tore bekommen und dann wird es ganz schwer hier. Gratulation an Westwien zu dem verdienten Sieg."