28.000 Siegerstimmen im Bezirk Baden. Tischtennis-Teenager Marc Sagawe holte Titel bei den Herren. Bei Frauen gewann Bad Vöslau-Kickerin Lisa Prader.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 04. März 2021 (09:39)

Ganz schön stolz war Badens Tischtennis-Ass Marc Sagawe bei der Übergabe der „NÖN Sportler des Jahres-Plakette“: „Ich repräsentiere ja quasi den gesamten Bezirk“, grinst die Bundesliga-Nachwuchshoffnung: „Schade, das nicht groß gefeiert werden konnte“, musste die traditionelle Siegerehrung im Sankt Pöltner Landtag Covid-bedingt ausfallen.

Am Voting-Eifer änderte das nichts. Im Hause Sagawe stimmten von den Eltern bis zu „Freunde von Freunden von Freunden“ alle ab. Der 17-Jährige selbst checkte mehrmals täglich den Zwischenstand und „ich war wirklich bemüht stündlich abzustimmen, am Ende war es ja ziemlich knapp.“ 14.654 Votes erhielt Sagawe und damit um knapp 1.400 mehr als der Zweitplatzierte Kartpilot Simon Mayer aus Kottingbrunn.

Für Sagawe ist die Auszeichnung als NÖN Sportler des Jahres zusätzlicher Ansporn. Einerseits für die kurzfristigen Ziele, um bei der U19-EM in Top-Form zu sein (so fern dieses stattfinden kann) und bei den nationalen Titelkämpfen möglichst viele Medaille abzuräumen. Andererseits für die langfristigen Ziele: „Da ist es immer schwer Voraussagungen zu treffen. Ich arbeite jeden Tag hart, damit irgendwann vielleicht der Traum von Olympia in Erfüllung geht und ich möchte ins Ausland, weil dort das Niveau noch einmal besser ist.“ Als Vorbild nimmt er sich den japanischen Youngster Tomokazu Harimoto. Der heute 17-Jährige war mit 14 erstmals in den Top Ten der Weltrangliste. Damit Sagawe auch mental so stark wird wie der Japaner, trainiert er mit Mentalcoach Judith Draxler – Sagawes zweitem Vorbild.

NÖN-Plakette belohnt die erbrachte Leistung

Vorbildwirkung für so manchen könnte auch die NÖN-Bezirkssportlerin des Jahres haben. Immerhin führt Bad Vöslau-Torjägerin Lisa Prader mit 14 Treffern aktuell die Torschützinnenliste in der Frauen Gebietsliga Industrieviertel an. Was Prader ganz sicher hat, sind ganz viele Unterstützer. Bei der NÖN-Wahl haben Freunde, Teamkameradinnen und Arbeitskollegen und vor allem Familienmitglieder abgestimmt. „Am fleißigsten war die Schwester“, verrät Prader. 14.031 Stimmen kamen so zusammen. „So viel Familie hat sie aber nicht?“, fragte Obmann Behrooz Khiaban mit einem Augenzwinkern und wirft weiter ein: „Sie war vom Start weg klar vorne. Das zeigt, dass großes Interesse bestand sie zu unterstützen.“ Mit Ende der Abstimmung hatte sie knapp 3.700 Stimmen Vorsprung auf die Zweitplatzierte Schachspielerin Denise Trippold (10.359 Stimmen). Für Prader hat die NÖN-Auszeichnung große Bedeutung: „Es ist ein Preis, den ich für meine Leistung bekommen haben.“ Was Prader noch mehr bedeuten würde? Wenn sie im Sommer mit ihren Bad Vöslauerinnen den Meistertitel und den Aufstieg in die Landesliga feiern könnte. Da hat Bad Sauerbrunn mit fünf Punkten Vorsprung aber noch etwas dagegen.

Im Bezirk wurden ingesamt 66.577 Stimmen für die zehn Nominierten abgegeben.