Ebreichsdorfer Radsportler als Hobbykoch. Patrick Konrad hofft noch auf die ein oder andere große Rundfahrt in diesem Jahr. Derweil verbringt er viel Zeit in der Küche, als Hausmann und als Jungpapa.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 01. April 2020 (11:07)

Zwei Rennen hatte sich der Ebreichsdorfer Patrick Konrad für 2020 ganz dick im Kalender angestrichen. Den Giro d'Italia und die Olympischen Spiele in Tokio. Während die Italien-Rundfahrt noch auf unbestimmte Zeit verschoben ist, findet Olympia erst 2021 statt. "Es ist natürlich sehr schade, wenn dir diese zwei Rennen wegbrechen. Derzeit gibt es doch einige Fragezeichen", unterstreicht der Ebreichsdorfer.

Tour de France wird Thema

Durch die Absagen könnten sich allerdings neue Chancen in der Saisonplanung eröffnen. So ist zum Beispiel die Tour de France noch nicht abgesagt. Für Konrad wäre das bekannteste Radrennen der Welt heuer eigentlich nicht zur Diskussion gestanden, nun aber "würde ich die Tour schon gerne fahren, wenn sie wirklich stattfinden sollte. Ich wäre eigentlich nicht eingeplant gewesen, nun werden aber die fahren, die am fittesten sind. Im Endeffekt liegt die Entscheidung aber beim Team", hält Konrad fest, dass Rennstall Bora-Hansgrohe im gegebenenfalls die Startplätze vergeben würde.

Renncomeback in der Schweiz?

Vor der Tour de France bestreiten die Radsportler zumeist noch eine etwas kleinere Vorbereitungsrundfahrt. Die bekanntesten sind die Dauphine (Frankreich) und die Tour de Suisse. Konrad könnte sich einen Einstieg in den Wettkampfmodus bei der Schweizer Landesrundfahrt gut vorstellen. "Ich glaube, das wäre ein ganz guter Zeitpunkt"; bleibt der 28-Jährige optimistisch, hofft ab 7. Juni wieder bei Rennen in die Pedale treten zu dürfen.

Endlich Zeit zum Fensterputzen

Doch zum jetzigen Zeitpunkt ist alles klarerweise noch rein spekulativ. Konrad genießt deshalb die Zeit zu Hause, macht Tätigkeiten, für die ansonsten wenig Zeit bleiben - Keller aufräumen, Bücher fertig lesen oder einfach nur Fenster putzen. "Ich bin normalerweise ja 200 Tage im Jahr unterwegs. Da bleibt für so etwas wenig Zeit." Die schönste Ablenkung von der Coronakrise ist aber das sieben Wochen alte Töchterchen. "Da rennt man natürlich sofort, wenn man nur irgendeinen Lacher hört. Man will alles miterleben, das könnte ich sonst natürlich nicht."

Lieber in der Küche, als auf der Vespa

Auch Hobbies bleiben beim Giro-Siebenten von 2018 nicht auf der Strecke. So ist der Radprofi ein passionierter Koch. Da ergänzt es sich ganz gut, dass Teamsponsor Bora Küchengeräte herstellt. "Ich bekomme da immer wieder Rezepte zugeschickt, wo ich mir denke, das wäre geil nach zu kochen", kann Konrad in der Küche kreativ werden. Eine andere Leidenschaft stellt Konrad derweil hinten an, seine Oldtimer-Vespa bleibt in der Garage. Nicht nur deshalb wundert sich Konrad, wenn er in seiner burgenländischen Wahlheimat immer wieder Gruppen bei Motorradausflügen beobachtet. "Es ist aktuell nicht der Sinn der Sache, dass die dann zu sechst auf der Tankstelle stehen", ärgert sich Konrad.