Graf zweimal auf Platz sieben bei EM. Der Ebreichsdorfer Andreas Graf kehrt ohne Medaille, aber mit vielen Aufschlüssen zurück.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 18. November 2020 (01:22)
Andreas Graf fuhr bei der Europameisterschaft in Plowdiw das erste Mal seit März wieder im internationalen Rampenlicht.
 
AFP/Martin Sylvest

„Durchwachsen“, so resümiert Andreas Graf über die Bahnrad-Europameisterschaft im bulgarischen Plowdiw. Ein siebenter Platz im Punkterennen und ein siebenter Rang im Madison mit Stefan Matzner waren die Ausbeute. Die erhoffte Medaille blieb aus.

Dabei hätte Grafs Form eigentlich gestimmt. „Im Punkterennen bin ich einfach taktisch schlecht gefahren“, ärgert sich der 35-Jährige. Im Madison kam dem rot-weiß-roten Duo der unorthodoxe Verlauf mit extrem langsamen Start nicht entgegen. „Eigentlich waren wir bei den schnellsten vier, fünf Teams dabei. Das ist vielversprechend für die Zukunft“, analysiert Graf nach dem ersten gemeinsamen Einsatz auf internationaler Ebene. Auch wenn die Ergebnisse nicht zufrieden stimmten, gewann Graf wichtige Aufschlüsse für die Zukunft. Nach der monatelangen Pause war es schwer, in das Renngefühl zu kommen. „Sollte es noch einmal so eine lange Pause geben, muss ich mir in der Vorbereitung was überlegen“, gibt Graf zu, der normalerweise um diese Jahreszeit bei diversen Sechs Tages-Rennen im Einsatz ist.

Ohne Zuschauer und mit Test im Gepäck

Kein Problem für den Routinier waren hingegen die Wettkämpfe vor leeren Rängen: „Ich habe Mülli (Anm.: etatmäßiger Madison-Partner Andreas Müller) am Freitag zugeschaut. Da war es schon sehr komisch. Bei den Rennen selbst war ich so im Fokus, dass ich das gar nicht wahrgenommen habe“, schildert Graf. Besonders waren auch die anderen Corona-Maßnahmen: Beim Aufwärmen gab es für die Athleten eigene Korridore um zwischen den Teams keine Vermischung zu haben. Außer bei der Sportausübung galt Maskenpflicht. „Wir haben auch in einem Hotel abseits gewohnt, in dem außer uns keine Sportler waren und natürlich ist das Reisen mehr Aufwand als normal“, brauchte Graf einen negativen Corona-Test.