Meister Konrad geht auf Tour (de France). Der Ebreichsdorfer Patrick Konrad schlüpfte am Sonntag ins Österreichische Meistertrikot. Nun wartet seine dritte Tour de France.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 23. Juni 2021 (02:59)
Patrick Konrad Radsport
Patrick Konrad fährt mit einem breiten Lachen Richtung Frankreich. Foto: Bora-Hansgrohe/C. Kreutzer
Bora-Hansgrohe/C. Kreutzer

176 Kilometer rund um Kufstein steckten in den Knochen, als Patrick Konrad die Hände gen Himmel streckte. Der 29-Jährige fuhr den zweiten Staatsmeistertitel seiner Karriere ein. Der Kurs war Konrad nicht auf den Leib geschneidert, bot viele Optionen für viele Fahrer. „Wir haben viele Szenarien durchbesprochen für das Rennen. Mit vier Fahrern in guter Form musst du das Rennen einfach gewinnen“, war für Konrad klar, dass der Titel nur über sein Bora-Hansgrohe-Team führt.

Konrads zweiter Meistertitel nach 2019 ist Beweis für die starke Form. Diese musste sich der Ebreichsdorfer erst erarbeiten. „Das Frühjahr war durchwachsen“, gibt Konrad zu. Corona wirbelte den persönlichen Rennkalender fast wöchentlich durcheinander. Im Bora-Trainingslager kollidierten Teamkollegen mit einem Auto, so musste Konrad immer wieder einspringen. Im weiteren Verlauf der ersten Jahreshälfte landete Konrad selbst noch zweimal auf dem Hosenboden.

„Wilco Kelderman fährt auf die Gesamtwertung.“ Patrick Konrad fällt bei der Tour die Helferrolle zu, außerdem geht der Ebreichsdorfer auf Etappensiege los

„Mit den Ardennenklassikern hatte ich einen guten Abschluss“, fuhr Konrad bei den Eintages-Rennen trotz Helferdienste für Kapitän Maximilian Schachmann regelmäßig in die Top 20. Bei der Dauphine-Rundfahrt verpasste Konrad die Top Ten im Gesamtklassement als Elfter denkbar knapp. Bei zwei Etappen fuhr der Bora-Profi als Dritter über die Ziellinie. Bei vier Teilstücken war er unter den ersten Zehn.

Patrick Konrad Radsport
Patrick Konrad fährt mit einem breiten Lachen Richtung Frankreich. Foto: Bora-Hansgrohe/C. Kreutzer
Bora-Hansgrohe/C. Kreutzer

Dennoch wird er bei der am Samstag beginnenden Tour de France die Helferrolle einnehmen. „Mit Peter Sagan fahren wir auf Sprints und das Grüne Trikot. Wilco Kelderman fährt auf die Gesamtwertung“, schildert Konrad, der auf den ein oder anderen Etappensieg losgehen möchte, dafür einmal die erste Woche überstehen muss: „Da kann es Windkanten geben. Das wird stressig.“

Ab der zweiten Woche ist Konrad dann eher in seinem Metier, es wird bergig, anspruchsvoll, entscheidend. Welche Etappen er für einen Angriff ins Auge fasst: „Das kann man jetzt schwer sagen. Es kommt immer drauf an, welche Interessen die Teams verfolgen. Wer hat noch keine Etappe gewonnen? Wer will in der Gesamtwertung noch einmal etwas gut machen?“, erklärt Konrad.