Turbulente erste Woche für Patrick Konrad. Der Ebreichsdorfer Patrick Konrad war bei der Tour de France noch nicht vom Glück verfolgt. Doch der Schaden hielt sich in Grenzen. Derzeit Rang 20 im Gesamtklassement.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 16. Juli 2019 (02:04)
Yorick Jansens/Belga/AFP
Bora Hansgrohe kann nach der ersten Woche zufrieden resümieren, auch weil Patrick Konrad trotz Sturz einigermaßen auf Kurs ist. Am Bild: der deutsche Meister Maximilian Schachmann, Emanuel Buchmann, Manager Ralph Denk, Patrick Konrad und Peter Sagan (v.l.).

Es ist eine alte Weisheit in der Radsport-Szene: Man kann eine dreiwöchige Landesrundfahrt in der ersten Woche nicht gewinnen, aber man kann sie dort verlieren. Für den Ebreichsdorfer Patrick Konrad wäre der Super-GAU auf den ersten neun Etappen beinahe eingetreten.

Am Weg von Nancy nach Reims machte der Bora Hansgrohe-Profi Bekanntschaft mit dem Asphalt. „Vor mir gab es plötzlich einen Sturz. Ich konnte noch rechtzeitig stehen bleiben, die Fahrer hinter mir aber leider nicht mehr. Ich habe einen heftigen Schlag auf die Rippen bekommen“, erzählt Konrad, der sich auf den verbleibenden 100 Kilometer ins Ziel quälte.

Das Ganze geschah am vergangenen Dienstag. Am Donnerstag stand für den Tour-Tross dann die erste Bergankunft am Planche des Belles Filles (Vogesen) am Programm. Konrad spürte seine Verletzung, die er sich beim Sturz zwei Tage zuvor zugezogen hatte und verlor auf die Favoriten auf den Toursieg rund eine Minute.

„Mein Rücken hat mir in den Anstiegen mehr Probleme bereitet als gestern. Am Ende hätte ich vielleicht etwas länger an der Gruppe dran bleiben sollen, um in das letzte Flachstück zu kommen, so musste ich von dort alleine fahren“, analysiert Konrad nach der Etappenankunft

Am Wochenende ging es dem österreichischen Meister deutlich besser, er kam mit den Spitzenleuten ins Ziel, machte sechs Plätze gut und schien am Ruhetag, dem gestrigen Montag, auf Position 20 des Gesamtklassements auf. Das angepeilte Ziel Top Ten hat Konrad nicht aus den Augen verloren: „Beim Giro habe ich bei den ersten Bergetappen schon mehr Zeit verloren und war am Ende vorne dabei. Entschieden wird die Tour in der dritten Woche.“

Für Konrads Team ist die Tour jedenfalls an mehreren Fronten interessant. Der Slowake Peter Sagen feierte bereits einen Etappensieg und führt aktuell in der Punktewertung im Kampf um das Grüne Trikot – für den dreifachen Weltmeister wäre es der siebente Sieg in dieser Wertung.

Im Gesamtklassement hat das deutsche Team mit Emanuel Buchmann, aktuell auf Platz zehn, neben Konrad einen weiteren Pfeil im Köcher.