Das war die Saison in Baden. NÖN.at blickt auf die Trabrennsport-Saison in der Kurstadt zurück. Das Resümee fällt trotz der problematischen Corona-Situation positiv aus.

Von Clemens Kuzminski. Erstellt am 14. Oktober 2020 (14:41)
Corona-Saison zu Ende
APA/Herbert Neubauer

Am Beginn der Saison am 31. Mai schaute es noch düster aus, auch was das Wetter betraf, aber im Laufe der Saison wurde nicht nur das Wetter besser, sondern auch die Corona-Auflagen geringer. Von Anfang an hatte die Badener Trabrennbahn das große Plus, über vier von außen zu begehende Gastronomiebetriebe (mit reichlich Sitzplätzen) zu verfügen. Der erste Renntag bei Dauerregen und Temperaturen um zehn Grad zeigte auch, dass Spekulationen über einen Winterbetrieb in Baden unrealistisch sind.

Die Bayern räumten bei den Highlights ab

Die großen sportlichen Highlights waren traditionell der Große Badener Zuchtpreis und die internationale Badener Meile: Beide Großereignisse wurden quasi nach Bayern entführt. Im Zuchtpreis siegte der schon lange in Bayern tätige Tiroler Josef Sparber mit Heck M Eck in hervorragenden 1:16,9 Minuten. Die Badener Meile dominierte Rudi Haller mit Kentucky Bo in Lebensrekordzeit von fantastischen 1:12,2 Minuten (nur der Bahnrekord von Romi Mms mit 1:11,4 Minuten konnte nicht geknackt werden).

Jack zurück am Treppchen, Catch fing keiner

Als neues Zuchtrennen wurde das nach dem vielfachen, im Vorjahr verstorbenen Züchterchampion KR Johann Hochstaffl benannte Zuchtrennen für Drei- und Vierjährige mit der beachtlichen Dotation von 10.000 Euro gefahren, das sich ebenfalls der an diesem Tag in grandioser Form fahrende Rudi Haller (vier Starts, vier Siege) mit dem wunderschönen Fuchshengst Jack is Back holte. Das Traber St. Leger für Vierjährige war diesmal durch die coronabedingte Verschiebung des Derbys in den Herbst eher ein Derbyversuchsrennen als eine Derbyrevanche. Es siegte Mister Zuchtpreis Franz Konlechner mit Catch me if you can vor Diamant Venus (Wolfgang Ruth), der sich dann später in der Krieau sensationell das Derby holte, während Catch me if you can dort "unterging".

I love you Darling war wieder ein Siegesschatz

Im Championat der Fünf- und Sechsjährigen setzte sich dank der Finisherqualitäten von Christoph Fischer (der sich auch mit Blue Solitaire überraschenderweise das Stutenderby sicherte) die ehemalige Derbysiegerin I love You Darling durch.

Der ebenfalls traditionelle Badener Zukunftspreis für Zweijährige sah schließlich nur drei Pferde am Ablauf, wobei dem Sieger Shining Star mit Rotundenwirt Hubert Brandstätter eine große Zukunft vorausgesagt wird. Vor dem traditionellen Abschlussfeuerwerk sah man noch den beeindruckenden Sieg der deutschen Trabreitchampioness Ronja Walter auf dem ebenfalls in Bayern vorbereiteten Adonis CG. Ein Wiedersehen mit ehemaligen Lehrlingen und Berufsfahrern am letzten Renntag konnte die sich kaum verändernde Rosi Jungreitmayr mit Royal Crown Venus in einen Sieg ummünzen. 

Über 650.000 Euro Umsatz bei den Wetten

Zahlreiche Jackpots und hohes Spielkapital war immer wieder in den V76-Wetten, Vierer-Wetten und anderen Wettarten zu beobachten, der Badener Trabrennverein jubelte beispielsweise am Zuchtpreisrenntag über fast 100.000 Euro-Umsatz. Schon vor dem letzten Renntag hatte man fix 650.00 Euro-Umsatz.

Auch der Besuch war selbst zu ungewöhnlichen Zeiten (vormittags unter der Woche) sehr gut, an schönen Sommersonntagen hervorragend, wozu die gut funktionierende Gastronomie und der jeweils wechselnde Weinstand  beitrugen. Leider verabschiedete sich Pegasus-Wirt Klaus Schön mit Ende der Rennsaison in den wohl verdienten Ruhestand. Auch die meisten Sponsoren hielten dem BTV die Treue.

Weil gewinnt beim Amateurfahrerchampionat

Mit dem Pinzgauer Mario Zanderigo stand schon vor dem letzten Renntag ein Fahrer am Siegertreppchen, der heuer nicht um das Championat mitfightet. Auch das Amateurfahrerchampionat wurde zur Beute einer Salzburgerin, allerdings hat die junge Lisa-Marie Weil mütterlicherseits Pfaffstättner Wurzeln. Pferd der Saison war die achtfache Siegerin Tirana aus dem Salzburger Stall Weixlbaumhof, die auch immer von ihrem Besitzer Josef Maier pilotiert wurde.

Es wird eine lange Zeit bis zur Wiedereröffnung der Badener Sommerrennbahn 2021, aber Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude