Oscarello holt sich den Traber-Oscar. Außenseiter Oscarello gewinnt sein erstes hochdotiertes Rennen. Catch me if you can holte im "Oldie-Rennen" zur großen Überholjagd an.

Von Clemens Kuzminski. Erstellt am 13. September 2021 (07:13)
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Edi Risavy

Trotz drohendem Donnergrollen, das zu einem schönen Regenbogen führte, war die Badener Rennbahn zum Bersten gefüllt, schließlich waren gleich zwei Zuchtrennen auf dem Programm und drüber hinaus ein Promi-Doppelsitzerfahren für "Künstler helfen Künstlern" auf dem Programm. Das Johann Hochstaffel-Gedenkrennen mit einer Gesamtdotation von 10.000 Euro, das an den erfolgreichen Züchter der Venus-Pferde erinnert, hatte einen klaren Favoriten: den dreijährigen Hengst Shining Star aus dem Stall Amanda des AROC-Präsidenten Reinhard Westermayr.

Doch es kommt oft anders als man denkt: In dem Bänderstart-Rennen über 2.100 Meter sicherte sich sofort Mercedes Venus mit Carsten Milek mit Startnummer eins die Spitze, der Angriff von Shining Star (Hubert Brandstätter) endete in einem Fehler und der Disqualifikation. Die dreijährige Stute Mecedes Venus lief wie ein Formel 1-Mercedes. Gerhard Mayr versuchte mit dem Derby-Zweiten Spanodohano einen Angriff, der ihm kurzzeitig den zweiten Platz einbrachte. Erst im Schlussbogen brachte Christoph Fischer den bisher (allerdings gegen weit schwächere Gegner) ungeschlagenen Vierjährigen Oscarello und sicherte sich mit Speed den ersten (nicht ganz erwarteten) Zuchtrennsieg, während Mercedes Venus den zweiten Platz verteidigte. Die höchstpönalisierte Suzi KP kam mit dem dänischen Spitzenfahrer Jörgen Sjunesson noch auf den dritten Platz.

Catch Me fing alle ein

Ein hochklassiges und spannendes Rennen gab es in dem (nicht so hoch dotierten) Championat der Fünf- und Sechsjährigen, das als ein offenes Rennen mit elf Pferden eingeschätzt wurde. Rammstein mit Jörgen Sjunesson bemächtigte sich der Spitze und legte ein hohes Tempo vor. Dieses wurde durch den bald folgenden Angriff von Oscar de Jan R (Thomas Pribil) noch verschärft.

Die beiden lieferten sich in einem Höllentempo ein mitreißendes Duell, wobei sich schon viele fragten, ob das bis ins Ziel gut gehen kann. Der von Franz Konlechner auf Abwarten gefahrene Catch me if You can nutzte die Ermüdungserscheinungen der beiden Kontrahenten im Einlauf und siegte mit tollem Speed, wobei Oscar de Jan R und Rammstein trotz des kräfteraubenden Rennverlaufs die Plätze zwei und drei verteidigen konnten. Präsidenten-Preis-Sieger Kronprinz Rudolf wurde dahinter Vierter. Die Tempobolzerei der beiden Führenden ermöglichte einen tolle Rennrekordzeit von 1:14,2 (über 2.100 Meter). Franz Konlechner bewies wieder einmal, dass er der „Mister Zuchtrennen“ in Baden ist.

Prominente im Doppelsitzer

Prominente stiegen zugunsten „Künstler helfen Künstlern“ in den Doppelsitzer. Zum Beispiel Jazz Gitti, Vera Russwurm, Sabine Petzl und Kammersängerin Ulrike Steinsky, die in früheren Jahren auch als Reiterin und Sängerin zu bewundern war. Die einzige Fahrerin, Conny Mayr, siegte mit Beifahrer Robert Castellitz, dem einzigen männlichen Teilnehmer, mit dem 12-jährigen Mr. Smith. Der Moderator René Rumpold sang nach dem Rennen noch das Lied „Ich bin, was ich bin“.

Im abschließenden Internationalen sprang wiederum Hubert Brandstätter als Favorit, diesmal mit Aaron ein und ermöglichte Amateur Thomas Royer einen Sieg mit seinem Straviskij Bigi. Apropos Amateure, beide Amateurrennen wurden von Johann Preining junior gewonnen, Christoph Fischer war insgesamt viermal als Trainer erfolgreich. In einer Woche, am 19. September, gibt es das große Saisonfinale mit dem Zukunftspreis der Zweijährigen und der Mega Tombola (16 Uhr).