Güttl hat noch viel vor. Traiskirchen-Captain Benedikt Güttl stand der NÖN Rede und Antwort. Der 24-Jährige spricht über seine Patellasehne, das Nationalteam, das Potenzial der Lions und seine Zukunft.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 04. Dezember 2018 (02:30)
Branko
Benedikt Güttl (r.) verletzte sich letzte Woche gegen Kapfenberg (l., Bogic Vujosevic) an der Patellasehne. Am Sonntag will der 24-jährige Guard gegen Graz aber bereits wieder durch den Lions Dome dribbeln.

Eines vorweg: Der Patellasehne Traiskirchens „geht es ganz gut“, versichert Benedikt Güttl. Zur Erinnerung: Im letzten ABL-Spiel gegen Kapfenberg schied der Guard mit einer Knieverletzung unbestimmten Grades aus. Eine MR-Untersuchung ließ aufatmen – „nur“ die Patellasehne ist beleidigt. „Der Plan ist, dass ich kein ABL-Spiel verpasse“, möchte Güttl am Sonntag (17 Uhr) gegen Graz wieder am Court stehen. Ob der Zeitplan wirklich hält, wird sich allerdings erst weisen, wenn der 24-Jährige diese Woche wieder in den Trainingsbetrieb einsteigt.

Den Nationalteam-Lehrgang, inklusive, dem fast schon legendärem Sieg gegen Großbritannien (Debütant Sylven Landesberg erzielte 49 Punkte), musste Güttl aber sausen lassen. „Ich wäre ja eigentlich nachnominiert worden, habe mich da riesig gefreut. Ich habe das Spiel auch im Live-Stream verfolgt – dennoch: Wenn ich kein ABL-Spiel verpasse, war es noch Glück im Unglück“, hält Güttl nichts vom Hadern, obwohl es nicht seine erste Verletzung in dieser Saison ist, im Alpe Adria Cup zog er sich eine Gehirnerschütterung zu: „Das gehört zum Sport dazu. Ich bin froh, dass es nichts Schlimmeres ist. Wenn es hier und da zwickt, muss man das schon aushalten.“

„Die Traiskirchen-Fans müssen sich derweil keine Sorgen machen. Ich möchte mit meinem Heimatverein einiges erreichen.“ Benedikt Güttl

Trotz allem: Güttls Saisonstart und der der Traiskirchen Lions kann sich sehen lassen – mit einer 7:2-Bilanz liegen die Löwen hinter Gmunden auf Position zwei. Die wirkliche Erkenntnis aus dem ersten Grunddurchgangsviertel ist allerdings, dass die Liga so eng beisammen ist, wie lange nicht. Was für die Traiskirchner in dieser Spielzeit möglich ist, sei nach wie vor schwer einzuschätzen. Für Güttl persönlich gilt: „Ich möchte ins Cup-Final Four, da haben wir in den letzten Jahren nicht so performt.“ In der Meisterschaft soll es zumindest wieder das Halbfinale werden.

Captain Güttl sieht beim Löwenrudel jedenfalls im zweiten Saisonviertel noch Verbesserungspotenzial: „Am Rebound müssen gerade wir Guards noch mehr helfen. Da haben wir gegen Teams Probleme, die wir eigentlich dominieren müssten.“ Er selbst will vor allem in der Offense zulegen, noch mehr Verantwortung übernehmen und „mich beim Wurf verbessern. Das hat die letzten zwei, drei Spiele schon gut funktioniert – das hat natürlich auch viel mit Selbstvertrauen zu tun“, meint Güttl.

Selbstvertrauen und Motivation zeiht er auch aus diversen Offerten, zum Beispiel streckten die Gmunden Swans im Sommer ihre Fühler aus. „Die Traiskirchen-Fans müssen sich derweil keine Sorgen machen. Ich möchte mit meinem Heimatverein noch einiges erreichen, die Lions sind für mich die erste Adresse in Österreich“, unterstreicht Güttl, der aus dem Löwen-Nachwuchs stammt. Locken könnten in Zukunft wohl nur Angebote aus dem Ausland, und zwar, wenn es eine sportliche Verbesserung ist und auch die Rahmenbedingungen stimmen: „Ich glaube, das würden mir die Traiskrichen-Fans dann auch verzeihen. Aber vorerst ist es einmal mein Ziel ein Top-Spieler in der ABL zu werden. Da fehlt meiner Meinung nach, noch ein kleines Stück“, schmunzelt Güttl.