Beierl schreibt Geschichte: Gesamtsieg im Weltcup. Als erste Österreicherin holte die Himbergerin Katrin Beierl in Tirol den Weltcupgesamtsieg. Der Höhepunkt bei der „Party“: Eine Pizzabestellung.

Von Felix Novak. Erstellt am 02. Februar 2021 (01:13)
Maskierte Freude! Die Himbergerin Katrin Beierl (r.) und ihre Teamkollegin und Bremserin Jennifer Onasanya stemmten die Glaskugeln in die Höhe. Sie holten sich sensationell den Gesamtweltcup im Zweierbob.
IBSF

„Wir mussten in die Top sechs kommen. Da habe ich schon ordentlich geschwitzt“, war bei Katrin Beierl die Anspannung vor dem Start in Igls, im Stadtteil von Innsbruck, deutlich zu spüren. Dieses Ranking musste die Himbergerin mit ihrer Teamkollegin und Bremserin Jennifer Onasanya anpeilen, um die Gesamtführung im Weltup zu halten und die schärfste Konkurrentin Kim Kalicki aus Deutschland hinter sich zu lassen. Sieben Rennen waren absolviert, Runde acht brachte die Entscheidung.

Bei den Starts war sogar der tief sitzende Schmerz im Knie vergessen. Beierl leidet seit dem Rennen in Winterberg an einer schweren Entzündung. Mit ihrem weißen Boliden flitzte sie dann die knapp 1300m lange Bahn hinunter.

Zwei Läufe und 28 Kurven später war es Gewissheit: Der Weltcuppokal gehört ihr! „Mit nur sechs Hundertstel Rückstand auf die Siegerin (Anm.: Kaillie Humphries aus den USA). Das war einfach cool“, hatte die 27-Jährige beim Anruf der NÖN ihren Erfolg noch gar nicht realisieren können. Sie saß wieder im Auto Richtung Altenberg, wo dieses Wochenende die Weltmeisterschaft über die Bühne geht. Die „Party“ fiel deshalb und natürlich auch pandemiebedingt kurz aus. „Wir haben uns eine Pizza bestellt. Das war unsere Feier“, lacht die Himbergerin. Und ihre Konkurrentin Kalicki? Sie musste sich in Innsbruck mit Rang sechs begnügen, festigte aber den zweiten Gesamtrang im Weltcup vor ihrer deutschen Kollegin Mariama Jamanka.

Siegerpokale wurden „sicher verwahrt“

Die Siegerpokale hatten Beierl und Onasanya in ihrer Wohnung in Innsbruck gelassen.

„Wir hatten Angst, dass wir sie bei der Reise nach Altenberg zerstören.“ Mit dem Weltcupgesamtsieg nach acht Rennen schreibt Beierl Geschichte. Sie ist die erste Österreicherin, der dieses Kunststück gelang. „Jetzt starte ich total erleichtert in Altenberg.“ Die Schmerzen im Knie werden sie aber in Deutschland weiterhin begleiten. „Während der Fahrt in Igls sind die Schmerzen vergessen, aber sobald ich aus dem Bob steige, spüre ich sie sehr. Zwischen den beiden Läufen musste ich das Knie 20 Minuten lang kühlen, ehe es weitergehen konnte.“ Aus diesem Grund hatte sie bereits zuvor den Monobob-Bewerb ausgelassen. In Winterberg wird sie bei den Trainingsläufen sogar sitzend starten.