„Fans“ attackierten Eisbär-Spieler. Das zweite Halbfinalspiel zwischen Mödling und Trautmannsdorf endete mit einem Eklat. Nach dem Schlusspfiff bekam Eisbär Peter Schneider „Besuch“ von vier Zuschauern.

Von Raimund Novak. Erstellt am 12. Februar 2020 (01:15)
An der rauen Wand aufgerissen: Die Hand von Peter Schneider sah nach dem Vorfall so aus.
privat

Eines vorweg: Die Eisbären aus Trautmannsdorf stehen im Finale der NÖ-Landesliga! In der Best-of-Three-Serie des Halbfinales sorgten aber in der zweiten Begegnung in Mödling einige „Fans“ für Aufregung. „Viele haben das Team und speziell mich beschimpft. Es war sehr niveaulos“, nahm Eisbär Peter Schneider die Wortmeldungen diverser Besucher zunächst ohne große Emotionen zur Kenntnis.

Schneider: „Ich lasse mich nicht umhauen“

Nach dem Spielende (8:7 für Mödling) diskutierte er dann mit Mödlings Coach Marian Stabel über den Spielverlauf. Er war allein am Eis, als ihn plötzlich vier Zuschauer aufsuchten. „Sie haben mich wieder beschimpft und gingen auf mich los, aber ich wollte mich von vier Besoffenen nicht umhauen lassen“, warf Schneider Schläger, Helm und Handschuhe beiseite und wehrte sich. Das Gerangel dauerte fünf bis zehn Sekunden. Dann gingen andere Besucher und Klub-Funktionäre dazwischen. „Wir waren alle schon in der Kabine, da hat mir meine Frau gesagt, dass sich draußen etwas zusammenbraut“, stürmte daraufhin Eisbären-Obmann Thomas Kremser auf den Kabinengang. Schneider erlitt eine leichte Verletzung an der Hand.

Mödlings Trainer Marian Stabel bestätigte der NÖN diesen Vorfall. „Es waren Freunde und Arbeitskollegen von unserem Spieler Thomas Zeiner. Einer von ihnen hatte ordentlich was intus. Thomas selbst und sein Vater Helmut haben die Streithähne aber auseinandergetrieben, damit es nicht eskaliert.“

Kremser hatte daraufhin den NÖ-Verband informiert und um eine Austragung des dritten Spiels auf neutralem Boden gebeten. „Fans sollten keine Möglichkeit haben, so nahe an Spieler ranzukommen. Schwer alkoholisierte schon gar nicht.“

Die Schiedsrichter brachten die Eisbären ebenso auf die Palme. So sei laut Kremser ein Treffer der Eisbären zu Unrecht aberkannt worden. Auf der anderen Seite bejubelten die Mödlinger ein Tor, obwohl die Aktion vor dem Treffer angeblich schon abgepfiffen war. „Der junge Schiedsrichter war einfach überfordert“, kritisierte Trautmannsdorfs Klubobmann.

Mit dem neutralen Spielort wurde es zwar nichts, aber ein anderes Schiedsrichterteam lief dann im dritten Endspiel auf. Dieses Mal floss kein Blut, sondern die eine oder andere Freudenträne. Die Eisbären gewannen mit 8:5 und feierten gemeinsam mit rund 50 mitgereisten Fans. „Meine Frau und ich hatten feuchte Augen“, beschrieb Kremser den Freudentaumel nach der Schlusssirene.

Einziger Wermutstropfen: Topspieler Schneider, der sich in diesem Spiel den Frust von der Seele schoss und vier Tore erzielte, erlitt einen Daumenbruch und muss im Finale gegen Tulln passen. Das erste Endspiel steigt schon diesen Sonntag um 18 Uhr in Bruck.