Trautmannsdorf an der Leitha

Erstellt am 18. Juli 2018, 04:14

von Raimund Novak

Michael Strasser: Bandenkriege und ein neugieriger Bär. In wenigen Tagen beginnt die Tour durch Nord- und Südamerika. Michael Strasser berichtet darüber im NÖN-Interview.

Gut in Alaska angekommen: Michael Strasser mit Bike.  |  privat

NÖN: Sie sind bereits seit einiger Zeit in Alaska. Welche Vorbereitungen sind noch vor dem Start am 23. Juli zu erledigen?

Michael Strasser: Derzeit werden die Tourautos startklar gemacht. Da es 24 Stunden hell ist, konnten wir immer bis 1 Uhr nachts schrauben. Unsere einzige Fahrt aus der Stadt hinaus brachte gleich eine Begegnung mit einem Schwarzbär - ohne Bärenspray ist Radfahren stadtauswärts gar nicht erlaubt.

Im Gegensatz zur letzten Weltrekord-Tour in Afrika werden Sie mit sehr kalten Temperaturen konfrontiert sein. Ein Vorteil?

Strasser: Um mich auf die kalten Temperaturen einzustellen, bin ich im Winter auf den heimischen Bergen unterwegs gewesen. Ich habe schon bei unzähligen Wettkämpfen bemerkt, dass die extremsten Wetterbedingungen, wie Schnee, Regen und Sturm, mich zu Höchstleistungen antreiben und meinen sportlichen Ehrgeiz wecken. Wichtig wird sein, die perfekte Kleidung auszuwählen, um keine Erkältung zu riskieren.

Bei ihrer Afrika-Tour waren Sie am achten Tag gesundheitlich schwer angeschlagen. Wo sehen Sie diesmal die größte Herausforderung?

Strasser: Gerade die ersten Tage sind für die Eingewöhnung sehr wichtig. Eine zu hohe Belastung muss vermieden werden. Ich hoffe, dass sich der Körper wie in Afrika auf die andauernden Strapazen rasch einstellen kann und ich auf dem Weg zum Weltrekord das Maximum aus mir rausholen kann. Besonders aufpassen müssen wir in El Salvador. In diesem Land herrschen Bandenkriege. Menschen werden dabei ohne Grund erschossen. Deshalb fahren wir in diesem Fall durch. Ich werde die Sicherheit meines Teams nicht aufs Spiel setzen.

Die NÖN wird wieder wöchentlich über ihre Tour berichten. Möchten Sie auf diesem Weg ein paar Worte an alle Leser und Freunde richten?

Strasser: Liebe Leser und Leserinnen der NÖN! Bitte drückt mir ganz fest die Daumen für mein bisher größtes Solo-Projekt. Es warten die gefährlichsten Regionen und höchsten Gebirge der Welt auf uns.