Michael Strasser mit „bisher härtester Woche“

Erstellt am 23. September 2018 | 19:11
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Ice2Ice Michael Strasser „Bisher härteste Woche hinter mir“
Michael Strasser auf der Fahrt nach Patagonien.
Foto: Samuel Renner
Der Trautmannsdorfer Michael Strasser, der für den LTC Seewinkel fährt, muss derzeit auf seinem ice2ice-Prjekt am Weg nach Patagonien viele Rückschläge einstecken und er weiß genau, dass der mögliche Weltrekord noch lange nicht in trockenen Tüchern ist.
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Es sind Umfänge, die ein Hobbysportler niemals im Leben fahren würde. Distanzen, die mit dem Auto schon einige Stunden Fahrtzeit benötigen. Dass diese Fahrten auch mit dem Fahrrad zu bewältigen sind, beweist Michael Strasser Tag für Tag.

Nach 62 Tagen liegt er optimal im Rennen um den Weltrekord von Alaska nach Patagonien. Auch wenn er von der härtesten Woche seit Projektbeginn spricht, hat Strasser mehr als 1.500 Kilometer in den vergangenen sieben Tagen absolviert.  

Mit dem Land Peru schloss er bisher keine Freundschaft. „Mein Team und ich hatten mit starken Gegenwind gerechnet. Dass daraus ein Sturm wurde, erzeugte in mir nicht gerade ein Motivationshoch“, hat Strasser mit bis zu 60 km/h Gegenwind zu kämpfen.

Ice2Ice Michael Strasser „Bisher härteste Woche hinter mir“
Die Landschaft in Peru ist das komplette Gegenteil zu Ecuador und Kolumbien – endlose Weite mit Wüste.
Foto: Samuel Renner

Für Strasser keine einfache Angelegenheit, da mit den bisher absolvierten Strapazen, sein Körper schon genug belastet ist: „Von der Tretleistung schaffe ich auf flacher Strecke einen Durschnitt von 30-35 Kilometer pro Stunde, in Peru komme ich lediglich auf 13-15 km/h.“

Die gute Nachricht für Strasser ist, dass der Südwest-Wind weniger wird und mittlerweile mehr von der Seite bläst. „Wir fahren seit hunderten Kilometern an der Meeresküste durch wüstenartige Gebiete. Ich bin froh, wenn wir Peru endlich hinter uns lassen“, hat Strasser noch 700 Kilometer vor sich, bis das nächste Land Chile wartet.

Geänderter Tagesrhythmus

Um die Anstrengungen auf den Tag besser aufzuteilen und den Wind etwas zu umfahren, startete das Team bereits um ein Uhr früh. Die Tagesetappen wurden auf zwei bis drei Abschnitte unterteilt und längere Erholungspausen eingeplant.

„Für Michael war es frustrierend, dass er an manchen Tagen unter 200 Kilometer geschafft hatte, obwohl er bis an sein Leistungslimit gegangen war. „Wir haben deshalb den Rhythmus umgestellt und versucht die ruhigeren Windverhältnisse in den Nachtstunden auszunützen“, ergänzt Freundin Kerstin Quirchmayr, die unter anderem für die Strecken- und Etappenplanung zuständig ist.

Ice2Ice Michael Strasser „Bisher härteste Woche hinter mir“
Da bläst der Wind! Stürme lassen Michael Strasser nur langsam vorankommen. Wie stark sie sind, zeigt dieses Bild mit ihm und der Österreich-Fahne.
Foto: Samuel Renner

In wenigen Tagen erreichen Michael Strasser und sein Team das 13. Land Chile. Sie werden sich dort auf andere Streckenverhältnisse einstellen müssen. „Die Berge werden höher und die Anden stellen sich wieder in den Weg“, weiß Strasser, dass hier noch ein ganzes Stück Tretarbeit wartet.

„Auch wenn ich bereits 16.500 Kilometer absolviert habe, denke ich von Etappe zu Etappe und versuche mich jeden Tag aufs Neue zu motivieren. Das werden mit Sicherheit die härtesten Kilometer meines Lebens.“ Für ihn ist klar, „der Weltrekord ist noch lange nicht in trockenen Tüchern.“

Spendenziel fast erreicht

Die Charity-Aktion von Michael Strasser ist bisher ein Erfolgsprojekt. Nach 62 Tagen „Ice2Ice“ sind mehr als € 21.000,- am Spendenkonto. Die Spenden kommen direkt dem Forum ALS und der Open Medicine Foundation – ME/CFS zugute. „Es ist beeindruckend, wie hoch die Spendenmotivation ist“, so Strasser abschließend.