Erstellt am 31. Oktober 2018, 02:57

von Raimund Novak

Marlene Kahler: Stimmung war top, die Mahlzeit ein Flop. Marlene Kahler liefert Eindrücke von ihrem Einmarsch in die 2500 Zuschauer fassenden Halle in Buenos Aires.

Stets im Schwimmbecken anzutreffen: Marlene Kahler.  |  privat

NÖN: Wie intensiv war die Vorbereitung für die Jugendolympiade in Argentinien?

Marlene Kahler: Ich trainiere schon 14 Monate ohne Pause. Und das täglich. Aufgrund dieses Wettbewerbes musste ich auf die Sommerpause verzichten. Während des Umbaus der Sportstätte in der Südstadt hatten wir drei Tage Pause, aber dann ging es gleich zum dreiwöchigen Trainingslager nach Tschechien. Das Schwimmtraining ist im Prinzip sehr individuell gestaltet, aber vor einem großen Wettkampf steigert sich besonders die Geschwindigkeit.

NÖN: Und dann schlagen Sie zwei Mal an der Bande an und holen jeweils Bronze. Haben Sie mit diesem Doppelschlag gerechnet?

Kahler: Über die 400m Kraul war ich als Nummer drei gelistet. Da habe ich mir Chancen ausgerechnet. Die Finalrunde war bei dieser Strecke das Mindeste, was ich erreichen wollte. Die zweite Medaille über die 800m war eine schöne Draufgabe.

NÖN: Das Stadion war bei Ihren Starts ausverkauft?

Kahler: Die Konkurrentin aus Argentinien ist sehr berühmt, daher waren 2500 Zuschauer in der Halle. Bei der EM in Kopenhagen im Vorjahr waren auch so viele Besucher in der Halle, aber ich war überrascht, dass sich in Argentinien generell viele Leute für das Schwimmen interessieren. Wegen der Haube, die ich trage, bekam ich während des Wettkampfes natürlich nicht viel mit, aber als wir einmarschierten und ich vorgestellt wurde, war es ein tolles Gefühl, als 2500 Leute applaudierten.

NÖN: Wo waren Sie während der Zeit der Spiele untergebracht?

Kahler: Alle Nationen waren in einem Olympiadorf außerhalb der Stadt einquartiert. Leider war das Essen eine Katastrophe. Da hätte ich mir schon etwas anderes erwartet. Jeden Tag gab es Hühnerfleisch und Nudeln oder Pizza als Wahlmahlzeit. Die Sauce bei den Nudeln habe ich kaum runterschlucken können. Sehr schade.

NÖN: Wie geht es sportlich weiter?

Kahler: Im Dezember starte ich bei der Kurzbahn-WM in China. Danach habe ich erstmals zwei Wochen Trainingspause. Ich hoffe, dass habe ich mir bis dorthin verdient.