Schmerzhafter Lauf um Mitternacht. Die Hitze von Doha brachte Marathonläufer Lemawork Ketema (SVS) nicht ins Schwitzen, aber sein Bein bereitete Probleme.

Von Raimund Novak. Erstellt am 09. Oktober 2019 (00:23)
Wallner
Victoria Hudson

Umstrittene Kameras auf den Startblöcken in den Laufbewerben, Erschöpfungen aufgrund enormer Hitze, riesige Klimaanlagen in den Sportstadien und kaum Zuschauer in den Arenen: die Leichtathletik-WM in Katar sorgt seit Tagen mit Negativschlagzeilen für Gesprächsstoff. Sportlich gesehen lief es aus der Sicht der SVS-Athleten ähnlich.

Beim Marathon, der aufgrund der hohen Temperaturen um Mitternacht angesetzt wurde, waren die Athleten mit Temperaturen von 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit konfrontiert. Der gebürtige Äthiopier Lemawork Ketema kam mit diesen Bedingungen gut zurecht: „Ich habe nicht einmal mein Schweißstirnband gebraucht.“ Der 33-Jährige haderte vielmehr mit Schmerzen im linken Bein, die ab Kilometer 15 begannen.

„Aufgeben war für mich keine Option“

„Sie wurden immer schlimmer und ich konnte das Tempo nicht mehr halten. Aufgeben war aber für mich keine Option“, beendete Ketema, schwer enttäuscht, das Rennen nach 2:20:08 Stunden auf Rang 41.

Im Speerwurf trat die nachnominierte Victoria Hudson an. Mit Kühlweste ausgestattet ging es bei 42 Grad zum Aufwärmen, dann gelang im gekühlten „Khalifa Stadium“ eine Weite von 52,51m im ersten Versuch. Dabei blieb es auch, denn die nächsten zwei Würfe vermasselte sie: Rang 31. „Enttäuschend. Technisch hat es gar nicht funktioniert. Man muss mit dem linken Bein stemmen und mit der Hüfte dagegenhalten. Das habe ich nicht gemacht“, sparte Hudson nach dem Wettkampf nicht mit Selbstkritik.

Das rot-weiß-rote Team sorgte dennoch für das beste ÖLV-Ergebnis bei einer WM. Ausschlaggebend dafür waren die Bronzemedaillen für Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger (ÖTB-OÖ) und Siebenkämpferin Verena Preiner (Union Ebensee).