Moosbrunn hat eine Weltmeisterin. Die 16-jährige Anna Weidenauer überzeugte in Le Mans bei der Pflicht und bei der Kür und eroberte Gold bei den Junioren.

Von Raimund Novak. Erstellt am 08. September 2021 (03:21)
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Topbewertungen! Anna Weidenauer (r.) hatte sich mit ihrer Stute „Chivas“ gegen die internationale Konkurrenz durchgesetzt. Zudem holte sie mit Paul Ruttkovsky im Paarbewerb Silber. Im Bild mit Longenführerin Maria Lehrmann.
AndreaFuchshumer

Im Alter von zwölf Jahren bekam Anna Weidenauer das goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich verliehen. Der Grund: Sie hatte zuvor in Frankreich als Elfjährige WM-Bronze bei den Erwachsenen im Voltigieren geholt. Kurze Zeit später nahm sie bei der Heim-EM im Magna Racion erneut Bronze mit.

Mittlerweile ist die Moosbrunnerin vier Jahre älter geworden und steht wieder in den Schlagzeilen. In Le Mans in Frankreich schnappte sie sich mit Stute „Chivas“ die Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft der Junioren.

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Ihre Mutter, Marina, war leidenschaftliche Voltigiererin und schon bald stellte sich heraus, dass Anna und ihr Bruder über dasselbe Talent verfügen. Anfangs trainierte sie noch im Garten, dann ging es zum Union Reitclub Wildegg, dem aktuellen Heimatverein von Anna.

Training: Fünf bis sechsmal pro Woche

Die 16-Jährige hat ihr Talent im Laufe der Zeit nicht nur perfektioniert, sie begeisterte die Voltigierszene auch mit dem sogenannten „Hand in Hand-Stand“. Dabei vollzieht sie einen Handstand auf den Armen eines Teamkollegen, der wiederum von einem anderen gehalten wird. „Das hat noch kein Verein in Österreich geschafft“, berichtet ihre Mutter stolz. Sie hat mit ihrer Tochter bereits viele Kilometer zurückgespult, denn der Reitclub befindet sich in Sittendorf bei Wien. „Fünf bis sechs Mal die Woche wird trainiert und sie ist schon seit ihren sechsten Lebensjahr dabei. Da kommt schon was zusammen.“

Finanziell ist der Aufwand beachtlich, denn Preisgelder sind in diesem Sport nicht zu erwarten. „Die Freude stand und steht immer an erster Stelle. Die Erwartungshaltung Platz eins erreichen zu müssen, gab es nie.“