Zwölfmal die „Blutspur“ geklettert. Der Wilfleinsdorfer Patrick Windholz setzte mit seinem Freund Andreas Schober aus Bruck ein eigenes „Ultra-Projekt“ auf der Hohen Wand um.

Von Felix Novak. Erstellt am 02. Dezember 2020 (01:23)
GPS-Daten ausgewertet. Patrick Windholz (r.) und Andreas Schober kletterten zehn Stunden am Stück. Nachdem sie auf den 23,4 Kilometern knapp 2800 Höhenmeter zurücklegten, verbrannten die beiden jeweils 3000 Kalorien.
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Ultraläufe, 24 Stunden Treppenlauf oder 24 Stunden Schwimmbewerb - die Extremsportveranstaltungen sind normalerweise das Metier von Patrick Windholz, dem zweifachen Familienvater aus Wilfleinsdorf. Um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können, kam er auf die Idee, „umzusatteln“. Die Hohe Wand wurde schließlich als neues Ausflugsziel auserkoren.

Dabei hatten es ihm zwei spezielle Touren angetan: Der ÖTK-Klettersteig „Hohe Wand“ und jener, der „Blutspur“ genannt wird in den Gutensteiner Alpen. Eine rote Farbprägung am Felsen, die sich wie eine Spur nach oben zieht, war für die Namensnennung ausschlaggebend. Diese Kombi nur einmal zu absolvieren, reichte aber schon bald nicht mehr aus. So legte er beim nächsten Mal eine Runde nach und irgendwann war er bei sechs Runden angelangt. Zu diesem Zeitpunkt war sein Freund Andreas Schober aus Bruck mit von der Partie. Gemeinsam wollten sie ein Projekt, das Windholz lange Zeit im Kopf herumschwirrte, verwirklichen: Die beiden Klettersteige in zwölf Stunden zwölf Mal erklimmen. Vor Kurzem war es soweit. Um sechs Uhr Früh starteten die beiden. Am Einstiegspunkt ließen sie einen Versorgungsrucksack zurück, um sich bei Bedarf stärken zu können.

Tortur-Tour wurde bravourös gemeistert

Eine große Pause legten sie aber nie ein. Nach jeder erfolgreichen Kletterrunde liefen die beiden Freunde wieder zurück zum Start. Eine Tortur, die nicht spurlos an ihnen vorüberging. „Wir steckten das eine oder andere Mal in einem Tief, aber nie zur gleichen Zeit. Umso wichtiger ist es in diesen Augenblicken, dass man einen Teampartner hat, der Rückhalt gibt, aber auch vernünftige Entscheidungen treffen kann“, weiß Windholz, dass Müdigkeit und Energieverlust große Risikofaktoren sind.

Am Ende war das Gefühl, ein eigenes herausforderndes Projekt gemeistert zu haben, ein Großartiges. Die zwölf Runden wurden in neun Stunden und 54 Minuten zurückgelegt. „Und das nächste Projekt kommt bestimmt“, so das Duo.