Im Ziel dufteten die Palatschinken. Himbergs Pilotin Katrin Beierl spricht über ihre Eindrücke auf dem Eiskanal von Pyeongchang.

Von Raimund Novak. Erstellt am 28. Februar 2018 (05:33)
Imposanter Eiskanal. Auf dieser Strecke zischten Victoria Hahn und Katrin Beierl (rechts im Bild) kurze Zeit später Richtung Ziellinie. 
NOEN, privat

NÖN: Nach der positiven Dopingprobe der Russin Nadeschda Sergejewa steht nun Platz 17 im Zweierbob zu Buche. Sind Sie enttäuscht oder einfach froh dabei gewesen zu sein?

Katrin Beierl: Wir wollten in den letzten beiden Läufen schon noch ein oder zwei Schlitten „schnupfen“, aber ob Platz 17 oder 18 ist eigentlich g’hupft wie g’hatscht. Auf der Bahn hat sich der eine oder andere Fehler, besonders in zwei Abschnitten, eingeschlichen, aber mit jedem Fehler wächst die Erfahrung und das kann sich positiv auf die Spiele 2022 auswirken.

Wir anspruchsvoll war der Eiskanal?

Für die Anfertigung der Bahn wurden Experten aus aller Welt eingeflogen und diese haben ein gutes Eis auf die Bahn gezaubert. Die Strecke selbst war sehr interessant und so konzipiert, dass es keine hohe Sturzgefahr gab. Es war vor allem interessant zu sehen, wie sich Topteams, wie Deutschland, tun, wenn sie zuvor noch nie auf dieser Bahn unterwegs waren.

Ärgert Sie der Dopingvorfall, der sich erneut im russischen Team zutrug?

Natürlich ist es schade, wenn es gerade im Bobsport passiert, aber der Großteil dieser Szene hat eine professionelle Einstellung. Enttäuschend ist es besonders für jene Nationen, die von gedopten Teams geschlagen werden und dann eine wichtige Qualifikation verpassen.

Haben Sie neben den sportlichen Ereignissen auch mehr über die Kultur des Landes erfahren?

Es gab freie Tage, die wir dazu nutzen konnten, aber die Südkoreaner sind eher unflexibel und möchten auch kein englisch sprechen. Da war es oft schwierig, etwas über sie zu erfahren.

In den alpinen Bewerben klagten Sportler über das große Desinteresse der Südkoreaner. Ganz anders war die Situation bei den Wettkämpfen im Eiskanal. Haben Sie die Begeisterung für diesen Sport auch als Pilotin während der Fahrt wahrgenommen?

Ja tatsächlich sind die Südkoreaner sehr interessiert am Eiskanal. Ich habe vor allem auf der Zielgeraden im Augenwinkel die vielen Köpfe rundherum bemerkt. Und wenn dir vor dem Start wer sagt, dass es sogar ein Palatschinkenhaus im Start/Zielbereich gibt, dann fällt dir sogar das auf (lacht).