Heinrich Prokesch, König der Berge. Lunzer Ausnahmeläufer holt quasi vor seiner Haustür Bronze. Der Sieg geht an Jonathan Wyatt.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 16. Juni 2014 (12:16)
Heinrich Prokesch auf dem Weg zu Bronze. Foto: Raimund Bauer
NOEN, Raimund Bauer
Er kennt den Berg wie kein Zweiter aus dem ungemein starken Starterfeld - und das war sein großer Trumpf. Heinrich Prokesch hat sich nach seinem zweiten Platz im Vorjahr auch beim diesjährigen Ötscher Ultra-Marathon mitten in der Weltelite platziert. Eine unfassbare Leistung, die den Lunzer auch lange nach dem Lauf noch strahlen lässt.

Statt auf Lauf-Uhr auf den Körper vertraut

„Das ist natürlich ein Wahnsinnsgefühl“, jubelte er. „Zwar habe ich 2013 den zweiten Platz geholt, aber das Feld war heuer viel stärker besetzt als im Vorjahr. Deshalb ist diese Platzierung äußerst hoch einzuschätzen.“ Im Sport ist Vorbereitung zwar nicht alles - ungemein wichtig ist sie aber allemal. Und die Vorbereitung von Prokesch lief in zwei Teilen ab.

„Einerseits habe ich richtig viel und gut trainiert, kannte die Strecke deshalb besser als alle anderen“, schildert er. „Andererseits habe ich die Leistungen der Konkurrenten bei deren jüngsten Antritten recherchiert und wusste daher, was auf mich zukommt.“

Dass der Lunzer Vorzeigeläufer seinen Körper gut kennt, beweist die Tatsache, dass er auf eine Laufuhr verzichtete. Er hörte stattdessen auf seinen Körper und drosselte das Tempo nach einem leicht zu flotten Anfang beim samstägigen Mountain-Marathon. Auch als er zwischenzeitlich nur auf Rang zwölf lag, wurde er nicht nervös. Und das sollte sich auszahlen.

Auch Scheibbserin Lasselsberger bärenstark

„Gegen Ende habe ich noch sechs Läufer überholt, denn viele waren stehend k.o.“, erzählt Prokesch. „Auch am zweiten Tag habe ich so lange gewartet, bis sich der Körper richtig wohlgefühlt hat.“

Und in dieser Verfassung ließ er beim Mountain-Run sogar den überlegenen Gesamtsieger, Jonathan Wyatt aus Neuseeland, hinter sich. Er kennt sie halt gut, seinen Körper und seinen Berg.

Ebenfalls bärenstark präsentierte sich Silke Lasselsberger vom Turnverein Scheibbs. Mit einer Gesamtzeit von 8:14:25 holte sie nicht nur in ihrer Altersklasse Silber, sondern war insgesamt auch die viertbeste Dame.