Dominik Distelberger: Einmal um die ganze Welt. Zwei Schmankerl in internationalen Gefilden hielt der Wettkampfplan jüngst für Dominik Distelberger bereit. Die Team-EM in Tel Aviv und das Diamond-League-Meeting in Paris.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 04. Juli 2017 (05:00)
privat/ Mittendorfer

Na gut, zugegeben, die ganze Welt war es nicht, die Dominik Distelberger in den letzten Wochen zu sehen bekam. Mit Tel Aviv und Paris standen aber zwei durchaus reizvolle Ziele am Reiseplan des Hochriessers. Während Distelberger in der israelischen Metropole an der Team-Europameisterschaft teilnahm, wartete mit dem Diamond-League-Meeting in der französischen Hauptstadt ein besonderes Schmankerl. Wobei Zweiteres weniger von langer Hand geplant, als vielmehr eher eine spontane Geschichte war. Aber dazu später mehr.

Bestleistung für den Klassenerhalt

Beginnen wir mit der Team-EM. In Tel Aviv (24. & 25. Juni) kämpfte die Österreichische Abordnung um den Verbleib in der 2. Liga. Die letzten beiden Mannschaften würden den schweren Gang in die 3. Klasse antreten müssen. So weit kam es aus rot-weiß-roter Sicht zum Glück nicht. Wobei es schon ungemein eng zuging. „Erst im letzten der 40 Bewerbe konnte Österreich noch Serbien überholen und somit den Klassenerhalt fixieren“, schildert Walter Mittendorfer, Obmann von Distelbergers Stammverein Union Volksbank Purgstall.

Der Hochriesser selbst steuerte wichtige Punkte bei. In der 4x100-Meter-Staffel sprang am Ende Rang sieben heraus (40,87 Sek.). Noch besser lief es über die 110 Meter Hürden. 14,27 Sekunden bedeuteten Platz fünf und eine neue persönliche Bestleistung. Distelberger: „Dabei hat sich der Lauf noch nicht einmal wirklich gut angefühlt. Aber ich spüre, dass ich noch Luft nach oben habe.“

Nächster Halt: Paris. In der Seine-Metropole machte die Diamond-League halt. Die Diamond-League ist eine jährlich stattfindende Serie von Leichtathletik-Meetings. In der Vergangenheit stets ein Event ohne Mehrkämpfer.

Das änderte sich heuer. Erstmals nahmen die Veranstalter einen Dreikampf ins Programm auf. Auf der To-Do-List: Speerwurf, Weitsprung und die 110 Meter Hürden. Wie kam Dominik Distelberger zu der Ehre der Teilnahme an der Premiere?

„Das ist schon sehr, sehr cool. Etwas ganz Besonderes für mich. (...) Bei dieser Kulisse will ich klarerweise auch Top-Leistungen zeigen.“Dominik Distelberger

Er wurde eingeladen. Vom Olympia-Zweiten Kevin Mayer aus Frankreich. Via Telefon. Ganz einfach und unkompliziert. Die Freude über diese Möglichkeit war, no na, groß. Distelberger im Vorfeld: „Das ist schon sehr, sehr cool. Etwas ganz Besonderes für mich. Wir bekommen als Mehrkämpfer erstmalig die Chance, uns auf dieser prestigeträchtigen Bühne zu präsentieren. Bei dieser Kulisse will ich klarerweise auch Top-Leistungen zeigen.“ Und das gelang ihm definitiv.

Im Speerwurf reichten die 57,75 Meter des Olympia-Teilnehmers für Platz fünf. Zwei österreichische Jahresbestleistungen brachten dann ebensoviele Stockerlplätze ein. Über die 110 Meter Hürden wurde Distelberger Zweiter (14,19 Sek.; eine neue persönliche Bestleistung). Den Weitsprungbewerb entschied der Hochriesser mit 7,47 Metern gar für sich. Diese Performance brachte ihm in der Endabrechnung 2.581 Punkte ein. Platz drei und somit Bronze hinter Kevin Mayer (FRA; 2.746) und Ashley Bryant (GBR; 2.677).