Hintergrund. Ski nordisch / Die FIS schloss den Göstlinger Johannes Dürr nach seinem Dopingvergehen bis Februar 2016 von allen Wettkämpfen aus.

Von Christian Eplinger und Armin Grasberger. Erstellt am 16. Juni 2014 (12:27)
Johannes Dürr, Ex-Langläufer aus Göstling
NOEN, zVg
Am Dienstag veröffentlichte die Disziplinarkommission des Internationalen Ski-Verbandes (FIS) das Urteil über den Göstlinger Langläufer Johannes Dürr, der am Schlusstag der Olympischen Spiele des Dopings überführt wurde.

Alle Ergebnisse seit September 2013 gestrichen

Der in Südtirol lebende Langdistanzspezialist gab sein Fehlverhalten gegenüber Funktionären sofort zu und führte später in einem Interview aus, dass er seit dem Sommer zur Leistungssteigerung auf das Blutdopingmittel EPO zurückgegriffen habe. Gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hatte Dürr sich zu seinem Fall weder schriftlich geäußert noch war er zu seiner angesetzten Anhörung erschienen.

Die FIS schloss den 27-jährigen Göstlinger bis Ende Februar 2016 von allen Wettkämpfen aus. Außerdem strich man ihm alle Ergebnisse seit September 2013, darunter Platz drei bei der Tour de Ski zum Jahreswechsel. Neben Dürr verurteilte die FIS auch die ukrainische Langläuferin Marina Lisogor zu einer zweijährigen Sperre (Trimetazin).

Stiefvater: „Johannes wird jetzt abwarten“

Der 27-Jährige wollte sich vorerst zu dem Urteil im Speziellen und seinen Fall im Allgemeinen nicht äußern. Er werde das erst zu gegebener Zeit tun, betonte Dürr gegenüber der APA. Mit einem Einspruch gegen die FIS-Sanktionen – die Einspruchsfrist beträgt drei Wochen – ist eher nicht zu rechnen. Das bestätigte auch Dürrs Stiefvater Ferdinand Mayrhofer im NÖN-Telefonat: „Johannes wird jetzt abwarten, bis alle Verfahren abgeschlossen sind und sich dann entscheiden, ob es jemals wieder eine sportliche Zukunft für ihn gibt.“

Dürr war nach seiner Rückkehr aus Sotschi von der Kriminalpolizei wegen des Verdachtes eines Verstoßes gegen Paragraf 147 (Sportbetrug) sowie des unerlaubten Besitzes größerer Mengen, des Handels und der Weitergabe von verbotenen Substanzen einvernommen worden. Dieses Verfahren läuft noch. Gleichzeitig schloss auch der ÖSV Dürr im März aus. Bisher gab es noch keine Gespräche zwischen dem Österreichischen Ski Verband und Dürr.

Privat hat Johannes Dürr mit Anfang Juni in Innsbruck seine neue berufliche Laufbahn bei der Justizwache begonnen.


Hintergrund

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NOEN, zVg


Johannes Dürr,
Ex-Langläufer aus Göstling

 
  • Geburtstag: 12. März 1987

  • Wohnorte: Göstling, Antholz/Südtirol

  • Größe: 1,77 Meter

  • Gewicht: 65 kg

  • Beruf: Justizwachebeamter

  • Familienstand: verheiratet, ein Sohn (Noah)

  • Hobbys: Sport, Familie, Lesen

  • Größte Erfolge: Staffel-Bronze bei der Junioren WM