Innsbrucks Pech & Grestens Beitrag. Der Rugbyclub Innsbruck stand im Bundesligafinale kurz vor der Sensation. Auch dank eines Akteurs aus Gresten.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 16. Juni 2014 (12:20)
Beinahe unaufhaltsam bahnte sich Rene Zisch (l.) bei diesem Lauf in der ersten Halbzeit seinen Weg durch die gegnerischen Verteidigungslinien. Foto: Armin Grasberger
NOEN, Armin Grasberger
Die Hohe Warte in Wien Döbling hat in ihrer bewegten Geschichte schon unzählige Finalspiele und denkwürdige Partien gesehen. Im Jahre 1923 pilgerten beispielsweise bis zu 80.000 Menschen zu einem Fußball-Länderspiel gegen Italien.

„Die Enttäuschung ist bei mir extrem groß“

Ganz so viele fanden sich am vergangenen Samstag freilich nicht ein, die österreichischen Rugby Finals waren aber dennoch durchaus gut besucht. Der Rugby-Club Donau Wien und der Rugbyclub Innsbruck kreuzten – unter Mitwirkung eines Bezirksakteurs – die Klingen. Denn in den Reihen der Tiroler fand sich mit Rene Zisch ein Grestner.

Und beinahe hätte sein Team für die Riesensensation gesorgt. Denn Anfang der zweiten Halbzeit lag man gegen den Serienmeister aus der Bundeshauptstadt mit 13:10 in Führung, am Ende mussten sich die Innsbrucker aber mit 13:22 geschlagen geben.

„Die Enttäuschung ist bei mir extrem groß“, gestand Zisch am Tag nach der Partie. „Denn eigentlich waren wir über die gesamte Partie gesehen die bessere Mannschaft. Heute wären sie fällig gewesen.“ So krönten sich die Wiener aber zum 21. Mal hintereinander zum Meister.

Drei Minuten-Blackout machte Hoffnungen zunichte

Zur Pause lagen die Gastgeber dank eines Trys und einer verwandelten Conversion mit 10:3 in Front. Die Gäste schrieben kurz vor dem Halbzeitpfiff durch einen Penalty-Kick erstmals an. Eine spannende Partie, das Publikum dankte mit guter Atmosphäre. „Das war mein erstes Finale“, schildert Zisch seine Eindrücke. „Die Stimmung war saugeil. Man hatte das Gefühl, dass sogar mehr Supporter auf unserer Seite waren als auf der der Wiener.“

Getragen von der Euphorie kam Innsbruck kurz nach Wiederanpfiff zum ersten Try und lag dank einer verwandelten Conversion plötzlich sogar in Führung. Ein drei Minuten langes Blackout machte allerdings sämtliche Hoffnungen auf eine Sensation zunichte. „Die haben uns definitiv das Spiel gekostet“, ärgerte sich Zisch.

Ein zu kurzer Penalty-Kick der Wiener wurde zur Vorlage für das entscheidende Try, ein weiteres Try aus dem nachfolgenden Kick-Off-Return zerstörte Innsbrucks Träume dann vollständig. Auf ihre Leistung können Zisch und Co. dennoch stolz sein. „Wir kommen im nächsten Jahr stärker wieder zurück“, verspricht der Grestner.