Pechhacker bei WM: „Sicher kein Beinbruch“. Thomas Pechhacker bewies beim Weltcup in Meribel, dass er schon jetzt zu den besten Fahrern des Planeten gehört. Bei der WM in Norwegen lief es dann weniger nach Plan.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 08. September 2014 (10:40)
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Das französische Meribel und das norwegische Lillehammer verbinden die meisten Menschen auf Anhieb wohl mit Wintersport – Ski-Weltcup, Olympische Spiele. An Radsport denken vermutlich die Wenigsten. Aber da weder in den französischen Bergen noch im Hohen Norden das ganze Jahr über Winter herrschen kann, muss man sich im Sommer eben anderweitig beschäftigen. Mit Trial, beispielsweise.

Trial-Crack steigerte sich in Runde zwei noch

Thomas Pechhacker besuchte aus diesem Grund in der jüngeren Vergangenheit beide Orte. Der junge Purgstaller ging sowohl beim Weltcup in Meribel als auch beim Saisonhighlight, der Weltmeisterschaft in Lillehammer an den Start. Einmal mit mehr, einmal mit eher weniger Erfolg. Aber alles der Reihe nach.

Aufgrund seiner starken siebten Position in der aktuellen Weltrangliste stieg Pechhacker beim Weltcupstopp in Meribel direkt im Halbfinale ein. „Ich bin gut ins Rennen gekommen und habe mit nur zehn Fehlerpunkten eine solide erste Runde abgeliefert“, analysiert er rückblickend.

In der zweiten Runde steigerte sich der Trial-Crack sogar noch und leistete sich gar nur acht Fehlerpunkte. Der damit einhergehende sechste Platz reichte locker für das Finale der besten Acht.

„Die Generalprobe für die WM ist geglückt. Ich bin guter Dinge. Jetzt heißt es volle Konzentration auf dieses eine Rennen.“
Thomas Pechhacker vor der WM in Norwegen

Dort warteten einige äußerst anspruchsvolle Sektionen auf die Starter. Ein Parcours, der Pechhacker entgegenkam, fühlt er sich auf schwierigen Kursen doch erst so richtig wohl. Der 18-Jährige rief eine Top-Leistung ab und ließ sich auch von einem Patschen nicht aus der Ruhe bringen. Der Lohn für die beherzte Fahrt der sensationelle siebente Rang.

Alexander Pechhacker, Thomas‘ Bruder, erwischte in Meribel leider keinen so guten Wettkampf. Er verpatzte den Start und kam erst nach und nach mit den Sektionen zurecht. Leider fand er zu spät in seinen Rhythmus und verpasste als 34. die angepeilte Qualifikation für das Halbfinale. Am Ende stand für ihn der 44. Gesamtrang zu Buche.

Bruder Thomas war angesichts seiner Leistung naturgemäß zufriedener: „Die Generalprobe für die WM ist geglückt“, jubelte der Purgstaller nach seiner Glanzleistung. „Ich bin guter Dinge für Norwegen. Jetzt heißt es volle Konzentration auf dieses eine Rennen.“

„Habe schon währenddessen gemerkt, dass es nicht so läuft“

Doch in Skandinavien lief es für Pechhacker nicht unbedingt nach Wunsch. Der erreichte 20. Gesamtrang ist, so versicherte er im Telefonat mit der NÖN Erlauftal, „sicher kein Beinbruch“. Ein wenig weiter vorne hätte er die Wettkämpfe aber mit Sicherheit gerne abgeschlossen.

Besonders, wenn man die Saisonergebnisse des Purgstallers nochmals Revue passieren lässt. Das sieht auch der Athlet selbst so: „In der laufenden Saison war meine schlechteste Platzierung der 13. Platz, ich war also immer unter den Top 15. Meinen Erwartungen bin ich also nicht ganz gerecht geworden.“

Woran das gelegen hat, weiß er selber nicht so genau. „Ich habe schon während des Bewerbes gemerkt, dass es nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle. Aber“, hakt er den kleinen Ausrutscher bereits wieder ab, „solche Tage gibt es auch. Bei der Weltmeisterschaft riskiert man alles. Das ist mir dieses Mal halt nicht ganz aufgegangen.“

„Vielleicht war ich unterbewusst dadurch doch etwas abgelenkt.“
Thomas Pechhacker nach der WM in Norwegen

Ob er sich nach seinen starken Leistungen vielleicht selbst etwas zu sehr unter Druck gesetzt hat? „Nein, eigentlich nicht“, findet Pechhacker. „Ich bin ganz locker in den Bewerb gegangen. Wobei“, gesteht er ein, „vielleicht war ich unterbewusst dadurch doch etwas abgelenkt.“

Noch ist die Saison für den Purgstaller aber nicht ganz zu Ende. Es warten noch zwei Rennen im Weltcup und eins im Austriacup. Die Zielsetzung dafür? „Ich will die ohnehin schon sehr gute Saison - meine erste im Elitelager - gut zu Ende bringen. Ein Platz unter den Top Acht im Weltcup würde mir einen Startplatz für das Finale sichern. Das wäre ein guter Abschluss.“