13-Jähriger holte Gold bei Premiere. Vom Opa mit dem Radsport-Virus infiziert, fuhr der 13-jährige Leon Neubacher zum überlegenen U15-WM-Titel der Bäcker.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 12. September 2017 (02:58)
NOEN, Eplinger
Freude bei der gesamten Familie, von links: Mama Marion, Schwester Leah, Weltmeister Leon, Opa Karl und Oma Anneliese Neubacher mit Sport-Stadtrat Peter Reiter.

Wieselburg hat einen Radsport-Weltmeister! Der 13-jährige Leon Neubacher entschied in Polen bei der Weltmeisterschaft der Bäcker und Konditoren den U15-Wettbewerb überlegen für sich. Leon Neubacher setzte sich am sechs Kilometer langen und sehr selektiven Rundkurs in Wodzislaw beim ersten großen Anstieg (13 Prozent) an die Spitze und ließ sich diese Führung nicht mehr nehmen. Neubacher gewann die 36 Kilometer und 630 Höhenmeter mit einem Schnitt von 28 km/h. „Es war schon extrem anstrengend, aber ein cooles Gefühl“, grinst der 13-Jährige beim Blick auf seinen Pokal und seine WM-Medaille.

Dabei ist Leon erst seit Kurzem aktiv beim Radsport mit dabei. Im Vorjahr machte der Wieselburger Leon Neubacher mit seinem Opa Karl die ersten Ausfahrten mit dem Rennrad und trat schließlich dem Purgstaller Radclub bei. Das Radsport-Virus hatte den Schüler der Sportmittelschule Ybbs infiziert. Kein Wunder, ist er doch durch seinen Opa „erblich vorbelastet“. Denn Karl Neubacher, der vergangene Woche seinen 60er gefeiert hat und Polen in seiner Klasse (50 bis 60 Jahre) über 54 Kilometer den 13. Platz belegt hatte, hat in der Region nicht nur einen Namen als ausgezeichneter Bäcker, sondern auch als begeisterter Radsportler.

Karl Neubacher war schon bei zig Weltmeisterschaften der Bäckerzunft aktiv mit dabei. „Ein sechster Platz in Deutschland war meine beste Platzierung“, erinnert er sich. 1998 organisierte er als Österreich-Präsident seiner Zunft (das Amt hat er immer noch inne) die Rad-WM der Bäcker in Wieselburg. 2020 ist diese wieder in Österreich – vielleicht ja sogar erneut in Wieselburg. „Mal sehen“, gab sich Sport-Stadtrat Peter Reiter, der den Neubachers die offiziellen Glückwünsche der Gemeinde überbrachte, zurückhaltend. Zuvor stehen für Leon und Karl Neubacher noch die Weltmeisterschaften in Frankreich (2018) und Tschechien (2019) auf dem Programm.