Bittere SKN-Pleite in Mattersburg. Wie schon im Herbst kamen die Wölfe beim Aufstiegsfavoriten unter die Räder. Nach der 0:4-Niederlage liegt St. Pölten nur mehr zwei Zähler vor dem Tabellenletzten.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 01. Mai 2015 (21:08)
NOEN, Martin IVANSICH
Das große Zittern geht jetzt los bei den Landeshauptstädtern. Dabei begann die Partie im Pappelstadion durchaus verheißungsvoll für die Gäste. Bereits in Minute drei wurde dem SKN ein Freistoß aus verheißungsvoller Distanz zugesprochen, Marcel Holzmanns Versuch wurde aber vom Haaransatz eines Mattersburgers über das Tor gelenkt. Auf der Gegenseite bediente Alois Höller nach knapp sechs Minuten Markus Pink, dessen Schuss aus rund elf Metern ging aber über das Tor. Die St. Pöltner standen sicher, Mattersburg schien man im Griff zu haben. Bis zur 28. Minute: Christoph Riegler vereitelte eine gute Pink-Chance aus halblinker Position. 

Kuriose Mattersburg-Führung 

In der 35. Minute ging der Aufstiegs-Favorit aus dem Burgenland schließlich in Führung. Die Entstehung war kurios: Der für den gelbgesperrten „Mike“ Novak in die Mannschaft gerutschte Legionär Fran Sanchez schickte den Ball per Einwurf auf die Reise – Karim Onisiwo gab der Kugel mit seinem Kopf noch eine neue Flugkurve und der Ball landete über dem verdutzten Riegler in der langen Ecke – 1:0. Das tat weh! Von Schockstarre allerdings keine Spur: Ein Schuss von Lukas Thürauer wurde abgefälscht, landete aber neben dem Tor. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff kam Daniel Segovia im Sechzehner zum Ball, sein Schuss fiel aber zu schwach und zu zentral aus – kein Problem für SVM-Goalie Kuster. 

Nach der Pause von der Roll

Chancenlos waren die St. Pöltner dann in Hälfte zwei. Die Grün-Weißen agierten viel dynamischer, schnürten den SKN in der eigenen Hälfte ein. Einen Perlak-Knaller im Strafraum konnte Gästekeeper Riegler mit einem Glanzreflex entschärfen, wenig später war er aber machtlos. Mattersburg Patrick Farkas setzte sich über rechts durch, seine Hereingabe wehrte Martin Grasegger zu kurz (und noch dazu als Quasi-Assist) ab, Pink sagte danke und schob den Ball in die Ecke.

Endgültiges K.O. im Konter kassiert

In der Folge musste St. Pölten mehr aufmachen, die sich bietenden Räume nahmen die Burgenländer für Konterstöße gerne an – und damit schlitterten die Landeshauptstädter in ein Debakel. Nedeljko Malic setzte einen Corner per Kopf zum 3:0 in die Maschen, wenig später schloss Referee Walter Altmann Martin Grasegger nach einem Foul an Pink im Sechzehner aus. Den verhängten Elfer verwertete der Gefoulte zum 4:0, es war sein 16. Saisontreffer - somit hält der Kärntner übrigens bei ebensovielen Toren wie Karim Onisiwo (der im Finish noch die Stange traf). Mattersburg darf also Richtung Bundesliga schielen, St. Pölten blickt mehr denn je in den Abgrund… 

STATISTIK 

SV MATTERSBURG – SKN ST. PÖLTEN 4:0 (1:0).- Torfolge: 1:0 (35.) Onisiwo, 2:0 (54.) Pink, 3:0 (73.) Malic, 4:0 (76.) Pink (Foulelfer).

Rot: Grasegger (75., Torraub).
Gelb: Pink (49., Unsportlichkeit), Perlak (93., Unsportlichkeit); Schibany (30., Foul), Parada (43., Foul), Riegler (46., Foul).
SR: AltmannEigler.- Pappelstadion, 3.300.
Mattersburg: Kuster; Höller, Malic, Rath, Fran; Farkas (77. Doleschal), Prietl (79. Sprangler), Jano, Perlak (83. Erhardt), Onisiwo; Pink.
St. Pölten: Riegler; Grasegger, Huber, Wisio (62. Hartl), Holzmann; Dober, Ambichl, Parada, Thürauer; Schibany (79. Hayden), Segovia (85. Mosböck).

STIMMEN

SVM-Trainer Ivo Vastic: „Wir schauen weiter von Spiel zu Spiel, das war der nächste Schritt in Richtung unseres Ziels. Die Konzentration liegt jetzt schon auf dem Spiel gegen den LASK.“

SVM-Präsident Martin Pucher: „Natürlich können wir rechnen, aber wir halten nach wie vor den Ball flach, auch wenn es sehr gut aussieht. Die Mannschaft hat mit dem Sieg gegen Horn zurück in die Spur gefunden, hat sich in den letzten Spielen wieder sehr laufstark präsentiert und heute verdient gewonnen.“ 

SKN-Trainer Jochen Fallmann: „Es hört sich zwar komisch an, aber wir haben in der ersten Halbzeit das Spiel im Griff gehabt, waren aber zu wenig konsequent. Das schnelle Tor nach der Pause hat das Spiel dann entscheiden, letztlich geht der Sieg auch in dieser Höhe in Ordnung.“

SKN-Goalie Christoph Riegler: „In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel noch einigermaßen offenhalten können, nach der Pause haben wir den Mattersburgern aber vor allem über die rechte Seite einfach zu viel Räume gelassen. Offensiv haben wir außerdem keine Akzente mehr gesetzt – das 0:4 sagt alles.“

SVM-Kapitän Patrick Farkas: „Wir haben unser Ziel – drei Punkte – erreicht, gut gespielt und fahren jetzt nach Pasching, um alles klarzumachen.“

SVM-Spieler Nedeljko Malic: „Das Tor widme ich meiner Tochter Zoa, die vor acht Wochen auf die Welt gekommen ist und wo ich es noch genau rechtzeitig zur Geburt geschafft habe (Anmerkung: Es war der 2:1-Auswärtssieg in St. Pölten…).

SVM-Spieler Michael Perlak: „Es war ein gelungener Auftritt von uns. Wir fahren jetzt gestärkt zum Auswärtsmatch gegen den LASK.“

SVM-Spieler Michael Novak (war gelbgesperrt und sah erstmals in dieser Saison zu): „Beim Zuschauen von außen war ich nervöser, als wenn ich selbst spiele. Die Jungs haben das toll gemacht, es war eine Top-Leistung der Mannschaft.“