Jetzt will keiner mehr rechnen. Untersiebenbrunn und Deutsch-Wagram haben nach den Umfallern vom Wochenende den Rechenstift zur Seite gelegt. Der dritte Titelkandidat Matzen geht es überhaupt gelassen an.

Von David Aichinger. Erstellt am 14. Mai 2015 (02:00)
NOEN, Joe Fuchs
Anschluss verloren. Nach einem guten Frühjahrsstart war Obersiebenbrunn (links Marco Vancata, gegen den Strasshofer Bedri Balaj) in der Tabelle schon auf den Spuren der Spitzenteams. Mit nur einem Sieg aus den letzten fünf Spielen hat sich die positive Stimmung aber in Tristesse verwandelt.
Das vergangene Wochenende brachte für Untersiebenbrunn (1:1 gegen Großenzersdorf) und Deutsch-Wagram (1:2 in Weikendorf) Rückschläge im Titelkampf. Beide mussten damit auch ihre imaginäre Rechnung korrigieren, die sie sich für einen erfolgreichen Endspurt in der Meisterschaft zurechtgelegt hatten. Deutsch-Wagram-Routinier Markus Keck erklärt, wie sich seine Truppe die entscheidenden Wochen ausgemalt hatte: „Unser Ziel war, am 24. Mai mit mehr als drei Punkten Vorsprung nach Untersiebenbrunn zu fahren.“

Zum direkten Duell, das man dann sogar verlieren hätte können, ohne Platz eins zu verlieren. Und die Realität? „Jetzt ist plötzlich Matzen Erster“, schmunzelte Keck. Sein Team und Untersiebenbrunn können in ihren Nachtragsspielen zwar wieder vorbeiziehen, den Rechenstift hat aber auch Untersiebenbrunns Spielertrainer Markus Gaunersdorfer zur Seite gelegt: „In dieser Phase kannst du nur mehr von Woche zu Woche schauen. Wenn du rechnest, bringt das Null. Es kommt doch ohnehin immer anders als man denkt. Deutsch-Wagram wird sich auch gedacht haben, in Weikendorf holen sie drei Punkte. Und prompt kriegen sie eine.“

Volle Konzentration auf Samstag

'Woche für Woche' heißt für Gaunersdorfer erstmal volle Konzentration auf das Samstag-Spiel in Engelhartstetten. Deutsch-Wagram empfängt schon am Donnerstag Gänserndorf, ehe man kampflos die drei Weiden-Punkte einsammelt. Die plötzlich wieder mitmischenden Matzener treffen am Sonntag auf Haringsee, einen Angstgegner der vergangenen Jahre. Trainer Friedrich Vogg sieht alle Titeldiskussionen aber völlig gelassen: „Bleiben wir unter den ersten Drei ist es gut. Den ersten Platz würde ich natürlich auch nehmen, aber in der 1. Klasse brauchst du wahrscheinlich wieder neue Spieler. Wir schauen einfach, was passiert.“

Anders als die Kontrahenten blickt Vogg deshalb auch schon weiter voraus als bis zum Wochenende. Ein Match von seinen letzten vieren läge ihm noch besonders im Magen: Jenes in Markgrafneusiedl. Und dann wäre da am letzten Spieltag auch noch die Partie in Großenzersdorf. Einfach sieht anders aus!

Schlosshof seit sechs Spiele sieglos

Nicht so einfach ist die Lage auch in Obersiebenbrunn und Schlosshof. Beide schienen zum Rückrundenstart in Topform, nach wenigen Wochen ging’s aber bergab. Schlosshof ist nun schon sechs Spiele sieglos, Obersiebenbrunn hat nur eines der letzten fünf Spiele gewonnen. „Die Rückrunde ist mittlerweile ziemlich verkorkst“, gibt Schlosshof-Obmann Walter Bacsik zu, „da spielen mehrere Faktoren zusammen.“ Sein Team hat auch am Wochenende die schwerere Aufgabe. Zu Gast in Großenzersdorf, während Obersiebenbrunn Schlusslicht Gänserndorf Süd empfängt. Ohne die etatmäßigen Innenverteidiger und Legionär Denis Indrichovic wohl ein Geschenk. „Wir können froh sein, dass Süd kommt“, hofft der verletzte Spielertrainer Bernd Sailer dennoch auf Zählbares.

Markgrafneusiedl mit einer Doppelrunde

Eine Doppelrunde wartet auf Markgrafneusiedl und Breitensee, die sich am Donnerstag im Nachtrag begegnen. Erstere müssen nach dem direkten Duell noch nach Gänserndorf, Breitensee empfängt im zweiten Spiel Weikendorf. Mit vorsichtigem Gemüt, wenn man Sektionsleiter Michael Chaloupka fragt. Warum? „Markgrafneusiedl ist gut drauf, und Weikendorf hat ja Deutsch-Wagram geschlagen.“

2. Klasse Marchfeld

# Mannschaft Sp. S U N Tore +/- Pkt.
1 Matzen 24 15 4 5 69:27 42 49
2 Untersiebenbrunn 23 14 6 3 65:22 43 48
3 Deutsch Wagram 22 13 7 2 77:19 58 46
4 Strasshof 24 12 8 4 42:26 16 44
5 Markgrafneusiedl 22 12 4 6 45:30 15 40
6 Großenzersdorf 23 12 3 8 59:31 28 39
7 Obersiebenbrunn 23 10 5 8 51:44 7 35
8 Breitensee 22 10 4 8 51:44 7 34
9 Gänserndorf * 23 10 3 10 44:46 -2 33
10 Weikendorf 23 10 2 11 36:50 -14 32
11 Schlosshof 23 7 8 8 55:45 10 29
12 Engelhartstetten 23 6 5 12 46:63 -17 23
13 Haringsee 23 4 1 18 37:67 -30 13
14 Gänserndorf Süd * 24 2 1 21 22:138 -116 7
15 Weiden ** 22 4 1 17 15:62 -47 13

Die nächste Runde:

Donnerstag, 16.30 Uhr: Markgrafneusiedl - Breitensee (Erik Karner); 17 Uhr: Deutsch Wagram - Gänserndorf (Enachi; M. Schindl).

Samstag, 17 Uhr: Engelhartstetten - Untersiebenbrunn (Orsolic), Obersiebenbrunn - Gänserndorf Süd (J. Rimak).

Sonntag, 17 Uhr: Breitensee - Weikendorf (K. Simon), Großenzersdorf - Schlosshof (Krzalic), Gänserndorf - Markgrafneusiedl (R. Müller), Matzen - Haringsee (Baumholzer).

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