Derbysieg als Schremser Doping. Vor 1.500 (!) Zuschauern bezwangen die Granitstädter Gmünd. Jetzt geht´s gegen Winterkönig Haitzendorf. Der braucht jeden Zähler, um Wieselburg auf den Fersen zu bleiben.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 14. Mai 2015 (01:35)
NOEN, Maximilian Köpf
Nach dem Derbyerfolg in Gmünd wagten die Schremser ein Siegertänzchen. Jetzt geht's gegen Herbstmeister Haitzendorf.
Ein echtes Fußballfest, Zuschauerrekord in der heurigen Landesliga-Saison: Das halbe Waldviertel war beim Derby Schrems gegen Gmünd auf den Beinen. Und ein Fußballmärchen gab’s noch obendrauf. Der Hauptdarsteller: Marco Hladky, der als Backup für Robo Pacinda in der Startformation rutschte. Schon in der dritten Minute kassierte Hladky einen Eisenbahner, der ihn in der Halbzeit zur Aufgabe zwang und nach dem Match kaum gehen ließ. Zwischendurch schoss er in seinem ersten Derby Schrems zum Sieg. „Das war einfach nur geil“, grinst der 18-Jährige. Die Granitstädter gehen also mit einem Moral-Doping ins Schlagerspiel gegen Titelaspirant Haitzendorf.

Ein Blick in den Keller

In der Abstiegszone darf Hofstetten nach dem 3:2-Sieg über Seitenstetten noch mal ein bisschen Hoffnung schöpfen. Acht Zähler Rückstand auf den Vorletzten Atzenbrugg bleibt aber „viel Holz“. Für die Tullnerfelder herrscht gegen Rohrendorf fast schon Punktepflicht. Verrückte Landesliga: Zwischen dem Sechstplatzierten Herzogenburg und dem 13. Atzenbrugg liegen gerade einmal sieben Zähler. In Sicherheit wiegen darf sich in dieser Situation wohl niemand.

Die Aussicht an der Spitze

Als „Spielverderber“ präsentierten sich die Herzogenburger. Mit dem 2:2 in der Stiftstadt musste Eggenburg die letzten Titelhoffnungen begraben. Fünf Siege aus sieben Frühjahrsrunden holte die Elf von Erich Steindl, musste erstmals ein Remis hinnehmen: „Das geht in Ordnung, entspricht dem Spielverlauf!“ Realistischerweise ist das Top-Duo Wieselburg und Haitzendorf nicht mehr abzufangen. Wer aber macht das Rennen? Die Braustädter blieben dank Joker Michael Aigner im Spitzenspiel in Kilb siegreich. Das nötige Glück sei dabei gewesen, räumt Trainer Christian Maurer: „Aber ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft.“

Wieselburg ist heiß auf Revanche

Eine 1:5-Pleite musste der Spitzenreiter im Herbst gegen Seitenstetten hinnehmen. Dieser Fußball-GAU darf sich am Freitag nicht wiederholen. „Wir müssen vorlegen“, weiß Obmann Robert Gnant. Denn für den Rivalen aus Haitzendorf ist diese Woche entscheidend, Umfaller darf man sich im Nachtrag gegen Amaliendorf wie auch in Schrems nicht leisten. „Der Derbysieg gegen Rohrendorf war Balsam“, sieht Sektionsleiter Alfred Traht die Grafenegger im Aufwärtstrend.

Ernüchterung auf der Abschiedsrunde

Kontrahent Rohrendorf war in Haitzendorf letztlich ohne Chance. „Bestenfalls ein Xerl“ wäre in Reichweite gewesen, sagt Trainer Amir Bradaric. Für den Ex-Bundesligakicker stehen nach einem Jahr in der Moser Medical Arena die Zeichen auf Abschied. Klub und Coach konnten sich nicht auf eine längerfristige Zusammenarbeit einigen.

Bangen um Heinz

Melk-Star Marek Heinz wurde bei der 2:3-Niederlage in Wilhelmsburg schmerzlich vermisst. Wann der tschechische Ex-Teamspieler und Weltenbummler (HSV, Nantes, Galatsaray, Gladbach, Ferencvaros) wieder ins Geschehen eingreifen kann, ist noch offen. Der 37-Jährige laboriert an Knieproblemen. Sektionsleiter Richard Scheidl bangt um seinen Denker und Lenker: „Es kann sich lediglich um muskuläre Probleme handeln. Aber auch um eine schwere Bänderverletzung.“

2. Landesliga West

  Mannschaft Sp. S U N Tore +/- Pkt.
1 Wieselburg 21 13 4 4 38:21 17 43
2 Haitzendorf 20 11 8 1 42:18 24 41
3 Eggenburg 21 11 3 7 41:33 8 36
4 Kilb 21 10 3 8 39:27 12 33
5 Gmünd 21 8 8 5 27:24 3 32
6 Wilhelmsburg 21 8 6 7 34:31 3 30
7 Herzogenburg 21 7 7 7 38:34 4 28
8 Rohrendorf 21 7 6 8 35:31 4 27
9 SC Melk 21 7 6 8 36:35 1 27
10 Schrems 21 7 6 8 29:37 -8 27
11 Amaliendorf 20 6 4 10 39:44 -5 22
12 Seitenstetten 21 5 6 10 32:42 -10 21
13 Atzenbrugg/H. 21 5 5 11 24:39 -15 20
14 Hofstetten 21 3 4 14 25:63 -38 13

Die nächste Runde:

Donnerstag, 17 Uhr: Amaliendorf - Kilb (S. Deutenhauser; Glaser, Walcher); 19 Uhr: Schrems - Haitzendorf (K. Kastenhofer; J. Schachner, Ertunc).

Freitag, 19.30 Uhr: SC Melk - Eggenburg (Aiginger; Özdogan, W. Fellinger), Wieselburg - Seitenstetten (I. Knezevic; G. Knezevic, B. Gogadze).

Samstag, 16.30 Uhr: Amaliendorf - Haitzendorf (M. Winkler; Glaser, Walcher); 17 Uhr: Herzogenburg - Gmünd (Matsch; Steigberger, Scheibenpflug), Wilhelmsburg - Hofstetten (J. Wandl; Sevcik, Jelinek).

Sonntag, 17 Uhr: Rohrendorf - Atzenbrugg/H. (Toiflhart; M. Kölemen, Hamzabegovic).

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