Lukas Gold gewinnt Austrian Bowl mit den Dragons

Erstellt am 03. August 2022 | 02:57
Lesezeit: 4 Min
Neben dem Matzener Lukas Gold war auch Samuel Imarhiagbe aus Prottes mit dabei.
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Mehr als 4.000 Fans pilgerten am Samstag in die St. Pöltener NV-Arena, um bei der Austrian Bowl dabei zu sein. Das Finalspiel der heimischen Football-Meisterschaft war diesmal eine reine Wiener Angelegenheit, die Danube Dragons trafen auf die Vienna Vikings.

Besonders groß war die Anspannung im Vorfeld auch bei einem Duo aus dem Bezirk Gänserndorf: Lukas Gold (29) aus Matzen und Samuel Imarhiagbe (22) aus Prottes. Beide standen für die Dragons am Feld und durften am Ende tatsächlich den Pokal in die Höhe stemmen. Die NÖN bat Gold danach zum Interview.

NÖN: Austrian-Bowl-Sieger – wie fühlt sich das an?

Lukas Gold: Extrem gut. Ich habe vor sieben Jahren angefangen, Football zu spielen. Damals war es nur ein Traum, irgendwann in diesem Spiel zu spielen. Das jetzt nach sieben Jahren zu realisieren, ist schon etwas ganz Besonderes für mich persönlich. Und ich glaube auch fürs ganze Team, nachdem wir nach zwölf Jahren wieder einmal gewonnen haben.

4.120 Zuschauer, noch dazu gegen die Vikings – wie haben Sie die Atmosphäre erlebt?

Gold: Ich glaube, es war das erste Wiener Derby überhaupt in der Austrian Bowl. Das war nochmal für alle eine besondere Herausforderung. Während der Saison haben wir sie schon geschlagen, ich glaube zum ersten Mal seit zehn Jahren oder so, und jetzt noch ein zweites Mal. Ich hab mich gefreut, dass die Vikings ins Finale gekommen sind, weil ich mir gedacht habe, das ist nochmal besonders, dieses Stadtderby im Finale auszutragen. Das war schon sehr, sehr cool, und ich glaube auch, damit viele Zuschauer kommen.

Das Ergebnis (51:29) war am Ende recht eindeutig. Wie hat es sich im Spiel angefühlt?

Gold: In der Halbzeit waren wir zuversichtlich, dass wir gewinnen. Dann haben bei uns ein paar Sachen nicht so gut funk tioniert, aber am Ende des dritten Viertels war die Defense so gut wie noch nie in diesem Jahr. Dann haben auch wir in der Offense gewusst, dass wir nochmal einen Schritt höher gehen müssen und dass es einfach unser Jahr ist und wir das gemeinsam nach Hause bringen. Und so war’s dann auch.

Waren viele Freunde und die Familie mit dabei?

Gold: Ja, ganz viele, und das war auch ganz wichtig für die ganze Mannschaft. Wir sind rausgekommen aus dem Tunnel und haben gemerkt, dass 70 Prozent von den 4.000 Leuten für die Dragons waren. Das hat uns sehr den Rücken gestärkt, weil es wie ein Heimspiel für uns war. Vor dem Spiel waren wir schon alle sehr nervös, aber das hat es viel leichter gemacht. Wir haben gesagt, okay, die Zuschauer sind für uns, und wir wissen, wir haben die ersten elf Spiele in dieser Saison gewonnen und jetzt schaffen wir das eine auch noch – gemeinsam mit den Zuschauern im Rücken.

Wie waren die Feierlichkeiten? Oder gibt es noch welche?

Gold: Für mich persönlich doch eher kurz, weil einfach der Tag vor der Austrian Bowl so lang war. Die anderen haben, glaube ich, teilweise bis sieben Uhr in der Früh am Platz gefeiert. Ich bin ein bisschen früher nach Hause gegangen, weil wir heute (Sonntag, Anm.) schon auf Urlaub gefahren sind mit ein paar Freunden, auch vom Team, um den Urlaub zu genießen und zu feiern, dass die Saison vorbei ist. Und auch, um den Titel zu feiern. Jetzt heißt es einmal abschalten für ein paar Wochen.

Sie haben in einem NÖN-Interview gesagt, ein Ziel sei, vor dem Karriereende Meister zu werden. Jetzt, wo es geschafft ist: Haben Sie noch Motivation weiterzuspielen? Gibt es ein neues Ziel?

Gold: Ich werde die nächsten Wochen und Monate noch überlegen. Natürlich war das eines meiner größten Ziele, vielleicht auch noch der Europameistertitel mit Österreich. Ich bin leider, obwohl ich für mich gefühlt eine gute Saison gehabt habe, nicht einberufen worden für das Nationalteam. Das wäre der Grundstein gewesen, noch ein Jahr zu spielen, wenn wir nächstes Jahr im Halbfinale und Finale um die Medaillen spielen. Nachdem das momentan nicht im Programm steht, weiß ich noch nicht, was ich machen werde. Es wäre natürlich auch ein schöner Moment aufzuhören, wenn man alle Spiele einer Saison und auch das Finale gewonnen hat. Ich bin momentan einfach noch unentschlossen.