Ärger wegen Kampfrichter bei Leichtathletik-Bewerb. Bei den Balkan-U20-Hallenmeisterschaften in Bulgarien waren auch drei Athleten aus dem Bezikr Gänserndorf am Start. Einer, Jordan Lindinger-Asamoah, fühlte sich im Dreisprung betrogen.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 17. Februar 2021 (00:29)
Fühlte sich im Dreisprung betrogen: Jordan Lindinger-Asamoah bei der U20-Balkan-Meisterschaft in Sofia.
ÖLV/Denislava Komarova

Am Samstag wurden in der Asics Arena im bulgarischen Sofia die fünften Balkan-U20-Hallenmeisterschaften mit Teilnehmern aus 15 Nationen ausgetragen. Österreich entsandte ein kleines, aber feines Team, unter anderem mit dem Wolkersdorfer Andreas Wolf vom ULC Weinland sowie Dreispringer Jordan Lindinger-Asamoah und Lauf-Ass Elena Ronco vom ATSV OMV Auersthal.

Der von Boris Bjanov betreute Dreispringer Lindinger-Asamoah startete etwas nervös im ersten Durchgang (13,30 Meter), rief aber dann sein Niveau der letzten Wochen ab, landete bei 14,44 m und segelte im letzten Durchgang Richtung neue Bestmarke. Dieser Versuch kam zwar mit 14,54 m in die Wertung, wurde aber deutlich hinter dem letzten Abdruck des Körpers gemessen, „da der Kampfrichter einen Abdruck des Trikots im Sand gesehen haben möchte“, verstand Lindinger-Asamoah die Welt nicht mehr.

Alle Einwände halfen nichts – keine neue Bestmarke, dafür Platz sieben im Endklassement, nur zwölf Zentimeter hinter dem Sechsten. Der ATSV-OMV- Auersthal-Athlet und sein Trainer waren aufgrund dieser Umstände nicht restlos zufrieden mit dem ersten internationalen Auftritt.

Dasselbe galt für Wolf im Einzel über 400 Meter. Er galt im Vorfeld als Medaillenkandidat über diese Distanz und wurde in seinem Zeitlauf auch lange seiner Favoritenrolle gerecht, musste dann aber auf der Zielgeraden seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen und zwei Konkurrenten passieren lassen. Mit 49,81 Sekunden wurde er schlussendlich „nur“ Achter, aber nur 76 Hundertstel von Bronze entfernt. Deshalb zog der 18-jährige Weinviertler eine zwiespältige Bilanz: „Zufrieden bin ich nicht, aber die Bahn ist mir auch nicht wirklich gelegen. Am Ende ist mir einfach die Luft ausgegangen.“

Eine Spontan-Staffel wurde starker Fünfter

Es sollte aber nicht der einzige Auftritt von Lindinger-Asamoah und Wolf in Bulgarien bleiben, denn spontan entschloss sich der ÖLV, auch in der 4x400-m-Männerstaffel mitzulaufen. Dort brachten die beiden Langsprinter Wolf und Niklas Strohmayer- Dangl das heimische Quartett nach 800 Metern in Führung. Kurzsprinter Klaus Grünbart und Lindinger-Asamoah gingen an ihre „Laktatgrenzen“ und konnten den Gegnern nicht ganz Paroli bieten – so wurde es Platz fünf in 3:29,83 Minuten.

Ronco wiederum startete auf der Innenbahn ihres 400-m-Zeitlaufs, musste nach dem Hineinschneiden aller Athletinnen etwas abbremsen und versuchte dann, beinahe die gesamte zweite Runde Schulter an Schulter kämpfend, an ihrer Konkurrentin vorbeizugehen, was ihr letztlich nicht gelang und viel Kraft kostete. Platz 14 und 61,11 Sekunden kamen ins Ergebnis.