Sieg in den USA! Ein Lasseer liebt die Wüste

Erstellt am 22. Juni 2022 | 02:18
Lesezeit: 3 Min
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Zeigte in der US-Wüste Flagge: Rainer Predl feierte seinen Sieg beim Mojave Desert Run stilgerecht mit einer Österreich-Fahne.
Foto: privat
Der Lasseer Rainer Predl triumphierte beim Mojave Desert Run und ließ die Amis staunen.
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Er ist und bleibt einfach die bunteste Blume der Marchfel der Sportwelt: Rainer Predl. Der 32-jährige Lasseer fügte seiner außergewöhnlichen Vita ein weiteres Erfolgskapitel zu – und zwar an einem Ort, wo normalerweise keine Blumen wachsen. Am Samstag holte er sich nämlich den Sieg beim Mojave Desert Run, einem 100- Kilometer-Lauf in der Wüste zwischen Nevada und Kalifornien.

„Ich liebe es einfach heiß“, grinste Predl, der 2014 bereits den Sahara-Marathon in Algerien gewann und ein Freund von Laufen in der Hitze ist. Der Marchfelder brauchte am Ende neun Stunden und 46 Sekunden, er trotzte dabei den 1.700 Höhenmetern, dem extremen Wind und den sogenannten Staubteufeln, kleine, eng begrenzte Wirbelwinde. Dabei war es am Ende sogar noch angenehm, da es am Tag des Rennens „nur“ knapp über 30 Grad hatte – statt der dort üblichen 40 oder 50!

Predls Dilemma: Kopf-oder doch Bauchweh?

Dennoch war es für Predl einer der härtesten Läufe seines Lebens, und das hatte auch mit dem Thema Nahrungszufuhr zu tun. „Ich war irgendwie in einem Teufelskreis gefangen. Habe ich zu wenig getrunken, bekam ich Kopfweh, trank ich zu viel, dann Bauchweh. Da die richtige Mischung zu finden, ist die große Kunst.“ Der Lasseer scheint sie aber gefunden zu haben, denn abgesehen davon ließ er sich von wenig anderen Sachen ablenken und gewann am Ende den Bewerb.

„Gerechnet habe ich nicht unbedingt damit, aber schon gemerkt, dass die anderen nicht ganz so schnell sind“, berichtete Predl. Dabei war es gar nicht leicht, dies zu beurteilen, da neben dem 100-Kilometer-Lauf auch ein ganz normaler Marathon und ein 50-Meilen-Lauf stattfanden. Zwei Sachen faszinierten bzw. beschäftigten Predl auf der Strecke aber schon: „Erstens waren dort unglaublich viele Hasen, keine Ahnung warum. Und zweitens haben wir auch mitten auf der Strecke Patronenhülsen gefunden. Ich würde sagen typisch Amerika.“

Nach dem Rennen und der Siegerehrung genoss Predl mit seiner Freundin noch ein paar Tage Las Vegas, ehe es in den Flieger zurück nach Österreich ging. Und hatte er an den Kasinotischen oder Automaten auch so viel Glück wie auf der Strecke? „Ich habe nur um 20 Euro gespielt (lacht).“