Nina Mühl beendete Karriere. Die Deutsch-Wagramer Profispielerin Nina Mühl (33) hörte auf und übersiedelte nach Deutschland. Sie bleibt dem Golfsport aber trotzdem erhalten – in leitender Verbandsfunktion.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 24. Juni 2020 (01:03)
Schlägt nur mehr privat ab: die ehemalige Deutsch-Wagramer Profispielerin Nina Mühl.
privat

Nach fünf erfolgreichen Jahren auf der Ladies European Tour, der größten Damen-Profitour Europas, hat Österreichs Proette Nina Mühl beschlossen, ihre aktive Profikarriere zu beenden – auch weil es die Marchfelderin nach Deutschland gezogen hat.

Im März 2020 ist die Deutsch-Wagramerin mit einem MBA in Management und einem Bachelor in Business Management nach Stuttgart übersiedelt und dort für den reibungslosen Ablauf des Leistungssports im Baden-Württembergischen Golfverband zuständig. Zu ihren Aufgaben gehört die Organisation und Koordination von ca. 300 Kaderspielern und Stützpunkttrainern, die sich auf 17 Trainingsstützpunkte und fünf Leistungsstützpunkte verteilen – darunter der größte Leistungsstützpunkt Europas, Sankt Leon-Rot, Austragungsort des Solheimcups 2015.

Auch die Erstellung eines Stützpunktkonzepts für den neuen olympischen Zyklus fällt in ihren Kompetenzbereich. Darüber hinaus ist Mühl als Turnier direktorin der imt (International Matchplay Trophy), einem internationalen Turnier mit Weltranglistenpunkten, für Turnierorganisation und -ablauf sowie Vergabe der Wildcards zuständig. Selbstverständlich fallen auch Budgetverwaltung und das Fördersystem in ihren Ver antwortungsbereich.

„Für mich ist das eine absolut maßgeschneiderte Position, von der alle Seiten profitieren“, freut sich Mühl, „kann ich doch durch meine jahrelangen persönlichen Er fahrungen nicht nur die Herangehensweise des Verbandes optimieren, sondern auch die jungen Athleten aus erster Hand auf ihrem Weg coachen und be treuen.“

Seit Mai ist die 33-Jährige zusätzlich Coronabeauftragte des Verbands und dafür verantwortlich, dass alle Mitgliederklubs sowie Stützpunkte die aktuellen Verordnungen präzise umsetzen. Aber auch wenn sie derzeit im Golf-Leistungsport selbst nicht international an vorderster Front mitmischt, so ist ihre Leidenschaft fürs Turnierspielen nach wie vor unge brochen. So standen am vergangenen Wochenende die österreichischen nationalen offenen Meisterschaften im GC Zell am See auf dem Programm. Dort zeigte Mühl, dass sie nichts verlernt hat: Platz 26.