Chance für Gänserndorf?. Die Klubs der höchsten zwei Spielklassen sind für eine erste Liga mit zwölf Vereinen, auch die zweite Liga könnte aufgestockt werden. Die Entscheidung soll am Samstag fallen.

Von Malcolm Zottl und David Aichinger. Erstellt am 13. April 2021 (17:30)
Laufen die Gänserndorfer künftig wieder in Bundesligahallen ein? Eine Aufstockung der höchsten zwei Spielklassen könnte dem UHC fünf Jahre nach dem Abstieg eine Chance auf die Rückkehr ermöglichen.
Karl Stöger

Fünf Jahre sind schon wieder vergangen, seit der UHC Gänserndorf am Ende der Spielzeit 2015/16 aus der Bundesliga absteigen musste. In der Folgesaison durften die Bezirkshauptstädter parallel zur Landes- auch noch die Regionalliga bestreiten. Der Finaleinzug ging sich in einer Vierergruppe mit Atzgersdorf, dem UHC Graz und Waidmannsdorf aus Kärnten allerdings nicht aus, ein Landesliga-Meistertitel in den darauffolgenden Saisonen auch nicht.

Nur ein solcher würde Gänserndorf zurück in die Regionalliga bringen und damit erst die Chance ermöglichen, wieder in die – mittlerweile Spusu Challenge getaufte – Bundesliga aufzusteigen. Ein langwieriger und nicht gerade moderner Modus.

Umso aufmerksamer verfolgt das UHC-Lager die aktuellen Entwicklungen in den höchsten zwei Spielklassen. Jeweils zehn Vereine gibt es in diesen, in Summe 20. 18 von ihnen sollen sich bei einer ligainternen Abstimmung für eine Aufstockung der höchsten Spielklasse (Spusu Liga) ausgesprochen haben. Die Liga darf das aber nicht alleine entscheiden. Es braucht den Segen des Österreichischen Handballbundes (ÖHB) und der neun Landesverbände. Am Samstag (17. April) findet eine Sondersitzung statt, begutachtet wird dabei aber nicht nur die mögliche Aufstockung der ersten Liga. Die NÖN kennt die Details:

Die Aufstockung. „Beim ÖHB ist in der Vergangenheit nicht immer das entschieden worden, wofür sich die beiden Ligen ausgesprochen haben“, glaubt Thomas Schartel, Sportchef bei Bad Vöslau, dass der Plan auch noch gekippt werden kann. Sein Verein ist einer von fünf NÖ-Vertretern in der zweiten Liga (mit Hollabrunn, Korneuburg, St. Pölten und Tulln), kämpft dort aktuell um den Einzug in die Finalserie. Vöslau könnte einer der Profiteure einer Aufstockung auf zwölf Vereine sein. Wird das Ansuchen durchgewunken, würde es heuer keinen Absteiger aus der Spusu Liga geben. Die Finalisten der Spusu Challenge würden aufsteigen. Aktuell stehen Hollabrunn und Bruck/Trofaiach auf eins und zwei, Vöslau ist in Lauerstellung.

Geplant wäre die Aufstockung bereits für die Saison 2021/22. Um eine coronabedingte Ausnahmeregelung soll es sich nicht handeln, der Modus würde für mindestens drei Jahre gelten. Gerüchte, nach denen es 2021/22 dann drei Absteiger aus der höchsten Liga geben würde, sollen vom Tisch sein.

Die neue 2. Liga. Die Spusu Challenge würde 2021/22 in eine West- und Ost-Divison geteilt werden. West-Vereinen, die aktuell in Deutschland spielen, soll eine Rückkehr schmackhaft gemacht werden. Die Stärke der beiden Gruppen ist offen. Zwei Zehnerligen wären möglich. Die zwei Meister sollen sich künftig in einer Relegation den Aufstieg in die Spusu Liga ausmachen.

Hier kommt Gänserndorf ins Spiel. UHC-Obmann Hartwig Schmoldas kann den Überlegungen, die Ligen neu zu gestalten, einiges abgewinnen, speziell, wenn in diesem Zug die für ihn „bescheidene Regionalliga“ mitreformiert werden würde. Auch eine Bundesliga-Teilnahme könne er sich vorstellen, sofern diese in Ost und West geteilt und damit leichter finanzierbar wäre als in der aktuellen, österreichweiten Form, sagt Schmoldas, denn: „Finanziell ist das natürlich schon etwas ganz anderes als die Landesliga.“

„Ost“ und „West“ könnten aber auch früh alle Gedankenspiele obsolet machen. In der aktuellen Bundesliga spielen nämlich ausschließlich „Ost“-Teams aus Wien, Niederösterreich und der Steiermark. Eine Aufstockung würde also eher Platz für „West“-Vereine schaffen. Ob auch Gänserndorf realistischerweise für einen in Frage kommen würde, ist offen.

Future League. Statt der bisherigen U20-Liga soll es eine „Reserve“ geben. Wenige Routiniers sollen die Youngsters führen.

Österreicher-Regel. Bisher gab es lediglich ein Gentlemen-
Agreement, nicht mehr als vier Legionäre auf das Parkett zu schicken. Nun soll es einen Österreicher-Topf geben, ein Belohnungssystem: Wer ausschließlich auf einheimische Talente setzt, bekommt ein finanzielles Zuckerl. Auch wer wenige Ausländer einsetzt, bekommt etwas vom Kuchen. Wer vier, fünf Legionäre hat, bekommt aus diesem Topf nichts. Ein Vorschlag, den Schmoldas begrüßt: „Einen Antrag auf weniger Legionäre habe ich schon seinerzeit, wie wir noch in der Bundesliga gespielt haben, gestellt.“