Gänserndorf: 20 Jahre HLA-Aufstieg. Am 6. Mai 2001 sicherte sich der damalige UHC Lahoferbau Volksbank Gänserndorf die Zugehörigkeit zur höchsten Spielklasse Österreichs. Dort hielten sich die Bezirkshauptstädter, mit einjähriger Unterbrechung (2002/03) bis Sommer 2009.

Von David Aichinger. Erstellt am 30. April 2021 (15:15)

Der 6. Mai 2001 hat sich in die Annalen des Gänserndorfer Handballs eingebrannt. An diesem Tag fixierte der damalige UHC Lahoferbau Volksbank Gänserndorf den erstmaligen Aufstieg in die HLA (Handball Liga Austria, heute „Spusu Liga“), die höchste Spielklasse Österreichs. Es war der nächste Meilenstein unter dem slowakischen Trainer Jan Hianik, der den UHC erstmals im Jahr 1991 übernommen und ihn 1993 schon von der Landesliga in die Bundesliga geführt hatte.

Gefeiert wurde das mit einer unvergesslichen Party vor dem Kulturhaus auf der städtischen Bahnstraße, die die damalige Managerin Bettina Eibl binnen einer Woche aus dem Boden gestampft hatte. Riesenfeuerwerk, Cheerleader, Aerobic-Tänzer, Videowall, Freiluft-Disco mit DJ, eine große Bühne – lumpen ließ man sich fünf Tage nach dem fixierten Aufstieg vor rund 600 Besuchern nicht. Nachdem die Mannschaft mit einem Tieflader von Namenssponsor Lahoferbau eingefahren worden war, überreichte der damalige Nationalratspräsident Werner Fasslabend den Meisterpott an UHC-Kapitän Wolfgang Kölbl. Neben Medaillen erhielten die Spieler auch noch das Goldene Sportehrenzeichen der Stadt Gänserndorf aus den Händen von Bürgermeister Johann Karl – die höchstmögliche Auszeichnung für einen Sportler.

Abstieg 2002, Aufstieg 2003

In der HLA angekommen machte sich Gänserndorf im Herbst auch sportlich schnell einen Namen. Auftaktgegner Tulln schockte man auswärts mit einer frühen 5:1-Führung durch fünf Treffer von Branislav Trandzik. Die Partie ging zwar letztlich verloren, nur eine Woche später schrieb der UHC mit einem Remis im ersten Heimspiel gegen Innsbruck aber schon an. Noch in den ersten zwei Monaten folgten Heimsiege gegen Margareten und Tulln, sowie ein X in Tirol. Auch der amtierende Meister Bregenz wurde in der Stadthalle voll gefordert, rettete gerade einmal ein Tor Vorsprung in die Schlusssirene.

Je länger die Saison dauerte, desto schwieriger wurde es aber für die Gänserndorfer - die Konkurrenz war vor allem in der Breite einfach stärker besetzt. Die Premierensaison endete deshalb mit dem sofortigen Wiederabstieg. Neuerlich nur ein Jahr später, im Sommer 2003, kam der UHC über Umwege zurück in die HLA. Sportlich hatte er sich nicht dafür qualifiziert, weil Stockerau nicht konnte und Graz nicht wollte, ging man aber als Vierter des Aufstiegs-Play-offs zurück ins Oberhaus.

Diesmal nützten die Gelb-Schwarzen ihre Chance, hielten sich sechs Jahre lang im Kreis der österreichischen Elite, obwohl sie stets am „Schleudersitz“ saßen. Erst 2009 war nach einer weiteren, schwierigen Spielzeit Schluss, Gänserndorf musste zurück in die Bundesliga, von wo man im Jahr 2016 in die Landesliga abstieg.

Fünf Wochen geballte HLA-Erinnerung

Die NÖN begleitet das 20-jährige Jubiläum des historischen HLA-Aufstiegs mit einer fünfteiligen Serie in der Gänserndorfer Printausgabe, die Pilotfolge finden Sie in der Ausgabe 18 am kommenden Mittwoch (5. Mai).

Warum Fußball-Bundesligist SV Mattersburg ein skurriles Geschenk übermittelte, welcher Ligarivale der Burgenländer ebenfalls gratulierte, wie der Wiederaufstieg am grünen Tisch zustande kam, warum Bettina Eibl um eine Vorstandsaufgabe in der Bundesliga umfiel, warum Flügel Christian Grün auch im Tor funktionierte, warum Alexander Hofstetter eine „absurde“ 15-Spiel-Sperre ausfasste, warum Manager Hans Toth nach dem sensationellen Auswärtserfolg in der Hollgasse im November 2006 im Spital landete, warum Siegtorschütze Lucas Nebes in Champions-League-Hallen auftauchte, warum sich Gänserndorf nicht noch länger in der HLA halten konnte, und was von damals noch geblieben ist – all das lest ihr in den kommenden Wochen in eurer Gänserndorfer NÖN.

Teil 1: Der HLA-Aufstieg 2001 & Was wurde aus den Aufstiegshelden? (Ausgabe 18, 5. Mai)

Teil 2: Abstieg im Premierenjahr und Wiederaufstieg (Ausgabe 19, 12. Mai)

Teil 3: Der Sieg bei den Fivers im November 2006 als Höhepunkt der langen Reise (Ausgabe 20, 19. Mai)

Teil 4: Auf Wiedersehen, HLA (Ausgabe 21, 26. Mai)

Teil 5: Handballstadt Gänserndorf – die Auswirkungen auf heute (Ausgabe 22, 2. Juni)

2001 bis 2009 - eine Zeitreise in 105 Bildern

Zur Einstimmung auf die Serie haben wir in unserem Foto-Archiv gekramt. Klickt euch in obenstehender Galerie durch eine Gänserndorfer Handballzeitreise, von Wolfgang Kölbl, Christian Grün und Johannes „Giovanni“ Hahn, über die Dauerbrenner Branislav Trandzik, Michael Haberfellner und Max Beck, bis hin zu erfolgreichen und weniger erfolgreichen Legionären wie Michal Nowak, „Jerry“ Mazar, Juraj Niznan oder Dusko Grbic.