Zurück im Sattel. Das Matzner Top-Talent Marco Nekvasil (20) stieg knapp ein Jahr nach seinem Horror-Unfall wieder erfolgreich auf sein Bike.

Von Peter Sonnenberg. Erstellt am 08. Juni 2017 (03:04)
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Comeback. Der Matzner Motorradfahrer Marco Nekvasil.

Vor ziemlich genau einem Jahr stürzte der Matzner Motorradrennfahrer Marco Nekvasil im Rahmen des vierten Laufs der IDM Superstock-1000-Klasse, der internationalen deutschen Motorradmeisterschaft. Die niederschmetternde Diagnose: der linke Schienbeinkopf komplett zertrümmert, das Wadenbein gebrochen und der rechte Knöchel abgesplittert.

Vor Kurzem stieg der Weinviertler wieder auf das Motorrad und nahm im deutschen Oschersleben an einem Lauf der Langstrecken-WM teil. Wie ging es ihm dabei? „Am Anfang war eine kleine Eingewöhnungsphase nötig, dann war das Rennfeeling wieder zurück“, beschrieb Nekvasil. „Vom Kopf her war es auch kein Problem, durch die lange Pause habe ich den Sturz schon fast verdrängt.“ Im Alltag hat er nur mehr wenige Einschränkungen, einzig laufen und springen bereiten ihm noch Probleme. Auf der Masch ine ist das aber kein Thema. „Das liegt wohl daran, dass ich Benzin im Blut habe (lacht) .“

„Vom Kopf her war es auch kein Problem, durch die lange Pause habe ich den Sturz schon fast verdrängt.“ 
Motorrad Top-Talent  Marco Nekvasil

In den nächsten Monaten sollen jetzt weitere Teilnahmen an Meisterschaften folgen. „Allerdings hängt das stark davon ab, wie es sich finanziell ausgeht. Denn ohne Sponsoren oder einen Werksvertrag ist es schwer.“ Der Hintergrund ist, dass sich der Matzner so für die Saison 2018 wieder für einen neuen Vertrag empfehlen kann, denn eine Zukunft im Rennsport hat er noch nicht abgeschrieben: „Mein absoluter Wunschtraum.“ Idealerweise in der IDM-Superbike, da diese als erster Schritt zu einer möglichen Profikarriere in einer der drei großen Motorrad-Weltmeisterschaften (MotoGP, Moto2 und Moto3) gilt.

Das wird aber nicht einfach, auch weil der Motorradsport hierzulande mittlerweile keinen hohen Stellenwert mehr hat. „Als ich 2010 mit dem Motorradfahren angefangen habe, konnten noch einige Fahrer in den einzelnen Klassen davon leben. Mittlerweile ist das nur mehr in Ausnahmefällen möglich. Aber davon lasse ich mich nicht unterkriegen bzw. ent mutigen.“